journalism, media & technology

Workshops & Events begleiten mit Posterous – Erfahrungen von der Medienwerkstatt in Deutschlandsberg

Medienwerkstatt Radio

Photo by Tobias Stadler.

Von 2. bis 6. Jänner habe ich gemeinsam mit Sarah Seekircher, die bei FM4 als Redakteurin arbeitet, einen Workshop über Radiojournalismus gehalten. Teilgenommen haben Jugendliche aus Oberösterreich. Inhaltlich haben wir uns unter anderem mit Umfragen, Interviews und gebauten Beiträgen auseinandergesetzt.
Das genaue Programm wie auch alle anderen Inhalte des Workshops sind hier ersichtlich.

Da wir mit unterschiedlichsten Medientypen arbeiten würden – unter anderem haben wir im Workshop für jeden Abend eine Radiosendung produziert –, haben wir uns vorweg überlegt, welche Plattform sich für die Dokumentation am besten eignen würde. Schnell kamen wir dabei auf Posterous, von dem ich nicht erst durch seinen Einsatz bei Civilmedia09-Konferenz in Salzburg überzeugt worden war.

Posterous ist ein E-Mail-Blogsystem und schnell erklärt:
1. E-Mail abfassen und senden an post@posterous.com
# der Betreff wird zur Titelzeile, der Body zum Inhalt
# angehängte Mediendateien werden angezeigt
2. die Seite ansehen
# alle Inhalte der E-Mail werden umgerechnet und im Blogbeitrag angezeigt

Das Posten von Blogbeiträgen via E-Mail ist eigentlich ein alter Hut. Überzeugt hat mich Posterous deshalb, weil es so schnell, einfach und für alle Mediendateien geeignet ist. Auch HTML-Code (wie z.B. ein YouTube-Video oder ein eingebetteter Live-Stream) kann gepostet werden. Für die (Live-)Dokumentation von Workshops, Events oder Lehrveranstaltungen also wie geschaffen.

Das Covern von Events (fast) in Echtzeit spielt jetzt schon eine wichtige Rolle und wird bald ein noch zentralerer Teil von Event-PR werden. Ein anderes Mal werde ich noch über Erfahrungen im Clubkontext schreiben – vorweg schon einmal Buzz-Word: Social-Media-Jockey.

Für die exzellente Organisation zeichnete sich die SJ Linz verantwortlich, die die Medienwerkstatt bereits zum 15. Mal veranstaltete. Über 150 Jugendliche aus Oberösterreich nahmen daran teil. Weder Sarah noch ich sind mit der SJ Linz oder einer ihrer Partnerorganisationen assoziiert. Wir wurden aufgrund unseres Hintergrunds (FM4, FH JOANNEUM) dafür gebucht.

Online-PR in Theorie und Praxis

Ende Jänner besuchte ich die Hochschule Darmstadt, wo sich eine Fachtagung mit dem Potenzial von Online-PR befasste. Im Folgenden meine zusammengefassten Notizen von der Konferenz, ursprünglich verfasst für die Homepage der FH Joanneum.

Wenn eine Tagung “Zukunft Online-PR” heißt und von einer Fachhochschule organisiert wird, dann ist klar: Nicht allein Wissenschaftler sind das Zielpublikum; diese Veranstaltung richtet sich auch an Praktiker.
Dementsprechend bunt gemischt war am 29. Jänner die Zuhörerschaft am Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt. Das Spektrum reichte dabei von Unternehmenssprechern über PR-Agentur-Mitarbeiter bis hin zu Technikern und Sozialwissenschaftlern. Auch die Vortragenden wiesen völlig verschiedenen Erfahrungshintergrund auf. Ein Fazit zu ziehen, fällt deshalb schwer, vielmehr soll auf die herausragenden Momente der Tagung hingewiesen werden. Vom Studiengang, an dem ich arbeite, nahmen neben mir Heinz Wittenbrink, Karlonie Lorber, Joe Puschitz und Michael Thurm teil. Am Nachmittag leitete Heinz Wittenbrink einen Workshop zum Thema “RSS – Inhalte jenseits der Website zugänglich machen”.

Öffentlichkeit 2.0

Doch beginnen wir am Anfang: Den wissenschaftlichen Einstieg machte Thomas Pleil von der Hochschule Darmstadt. Vier seiner Studierenden hatten die Veranstaltung höchst professionell organisiert. Pleil referierte über “PR der Zukunft: Was bring das Netz?” . Er beantwortete diese Frage für drei Bereiche: die PR-Praxis, die PR-Forschung und die PR-Ausbildung. Bemerkenswert ist Pleils Modell von Öffentlichkeit 2.0 aus Perspektive der PR.

Öffentlichkeit 2.0 (© Thomas Pleil)

Öffentlichkeit 2.0 (© Thomas Pleil)

Öffentlichkeit 2.0 funktioniert anders als die (immer noch präsente) Öffentlichkeit 1.0, in der die Botschaft über Journalisten und Massenmedien zur jeweiligen Stakeholder-Gruppe gelangt. In der Öffentlichkeit 2.0 wird die Rolle des Journalisten als Gatekeeper ergänzt. An seine Stelle tritt ein “Vormedialer Raum”, gemeint sind damit Blogs, Microblogs, Foren, Bewertungsseiten, Social Networks, etc.. Alle Protagonisten der Öffentlichkeit 2.0 empfangen und senden – auch die Stakeholder, die im Konzept der Öffentlichkeit 1.0 ausschließlich empfangen.

Die Online-PR von Greenpeace und Daimler

Volker Gaßner erläuterte die “Online-Strategie von Greenpeace ” in Deutschland und wies auf mehrere Kampagnen und Projekte der Umweltschutzorganisation hin. So etwa Greenpeace TV, das noch im Beta-Stadium ist. Das Videoportal zeigt Berichte über Kampagnen und Werbespots in HD. Erstmals öffentlich präsentiert wurde das sich noch in Entwicklung befindende Greenpeace-Social-Network (Site noch Offline). Ähnlich wie die Wahlkampfseite von Barack Obama soll “Green Action” neben den üblichen Social-Network-Funktionalitäten ermöglichen, dass die die Basis selbst Kampagnen entwickeln und durchführen kann. Greenpeace agiert dort, wo die Zielgruppe ist: in bestehenden Social Networks wie Facebook oder MySpace oder via YouTube. Ein amüsantes Beispiel für eine Mini-Kampagne via YouTube ist die Videoantwort von Greenpeace auf einen Werbespot von Mercedes.

Dieses Beispiel war gut gewählt, denn im Anschluss an Volker Gaßner sprach ein Vertreter der Daimler AG, die bekanntlich mit Mercedes assoziiert ist. Uwe Knaus leitet den Bereich Web Communications bei Daimler und erzählte in Dieburg über seine Erfahrungen, wie bloggen im Konzern funktioniert. Bei Daimler bloggen Mitarbeiter aus verschiedensten Abteilungen. Das Medium hat sich als Tool sowohl für interne als auch für externe Kommunikation bewährt. Allerdings funktioniert der Workflow nicht optimal: Die Autoren des Weblogs schreiben ihre Beiträge in einem Textverarbeitungsprogramm und schicken diese per E-Mail an ein Redaktionsteam, das die Inhalte in das Weblog stellt. Es wäre wünschenswert, wenn die Mitarbeiter geschult würden, selbst mit einem Blog umzugehen.

Persönliche Öffentlichkeiten

Den Abschluss der Tagung gab Jan-Hinrik Schmidt mit seiner Präsentation “Öffentlichkeit im Wandel: Das bringt das Netz!”. Schmidt ist Soziologe und arbeitet am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg. Unter anderem gab er Einblicke in die Nutzungsmotive von Social Network Sites. So würden die meisten Personen Seiten wie Facebook oder MySpace nützen, um ihre Beziehungen pflegen, nicht um neue Leute kennen zu lernen. Genannt sei darüberhinaus Schmidts Idee von persönlichen Öffentlichkeiten, die sich durch Social Media bilden. Dabei geht es darum, dass jede Person, die sich im Web 2.0 bewegt, ihre Identität, ihre Beziehungen und ihre Informationen managen muss. Welchem Personenkreis zeige ich welches Bild meiner Person? Trete ich mit meinem richtigen Namen auf? Welche Informationen von mir gebe ich bekannt? Das alles sind Fragen, die jeder Internetnutzer für sich selbst beantworten muss und die auch für die PR relavant ist. Als Gesellschaft, so Schmidt,  würden wir uns derzeit über die Routinen, Konventionenn und Erwartungen im Umgang mit persönlichken Öffentlichkeiten verständigen.

Die Tagung im Netz

(cc) Michael Thurm

(cc) Michael Thurm

Eine Konferenz, die sich mit Social Media und Kommunikation auseinandersetzt, muss Social Media und Kommunikation natürlich auch leben. Dementsprechend präsent war die Tagung in den einschlägigen Web-2.0-Services. Die Präsentationsfolien der Referenten finden sich bei Slideshare. Bilder wurden via Flickr hochgeladen. Getwittert wurde via Hashtag #ZOPR. Eine  Videozusammenfassung ist auf YouTube online. Eine Sammlung der Blogbeiträge sind bei delicious bzw. via Google Blog Search / Technorati einsehbar.  Hervorzuheben ist dabei INJELEA, der Teile der Veranstaltung in Echtzeit gestreamt hat – die Aufnahmen sind dort noch einsehbar. Open Source PR und PR-Fundsachen haben die Vorträge live mitgebloggt.

Mercedes Bunz in Graz

Das Aufeinandertreffen mit Mercedes Bunz gestern an der FH Joanneum hat mich daran erinnert, dass ich neben meiner Soup auch noch einen Blog habe – und der nicht ganz verweisen sollte.

Mercedes Bunz hat zum Thema “Was aus der Popkultur im Internet geworden ist” referiert. Vom Flyer-Text:

Immer wieder gab es in der Geschichte der Popkultur Menschen, die sich zusammenschlossen, um Dinge anders zu gestalten. Das Internet hat neue Vertriebsmöglichkeiten geschaffen, jedoch auch soziale Beziehungen transformiert. Freunde sind heute immer auch Arbeitszusammenhänge. Dinge anders zu machen, wird praktisch erwartet.
Der Vortrag wird diese Transformationen aufmerksam beobachten, sich dabei jedoch keineswegs mit hängendem Popkulturkopf in die Ecke trollen. Es gibt weiterhin Wege, die Widersprüche des digitalen Kapitalismus zu surfen. Are you loneley? Tired of working on your own? Do you hate making decisions? Hold a meeting!

Ähnlich wie schon Diedrich Diederichsen ein Monat davor hat Bunz zunächst eine chronologische Herangehensweise gewählt, um das Thema zu erörtern. Popkultur war ab den 60ern vor allem Jugendkultur; eine Kultur für mehr Selbstbestimmung; eine Kultur, die sich definierte durch Widerstand gegen die Eltern und das System der (Fabriks-)arbeit.

Das Aufkommen des Internet ändert natürlich auch Popkultur und deren Konsumenten bzw. Repräsentanten. “Das Internet öffnet neue Vertriebswege für Popkultur”, sagt Bunz. Jeder könne sich entscheiden, wie angepasst er agiere. Ob er sich im Long Tail verstecke oder eine Weile auf der Welle der Massenkultur reite.

Einige Zitate aus dem Vortrag (und der anschließenden Fragerunde):

“Abweichung wird zur neuen Norm. Widerspenstigkeit wird entzogen.”
“Blogs sind im Grunde genommen nichts anderes als eine neue Form von Magazinen.”
“Was vorher drohte in einer kleinen Nische zu verrotten, kann durch das Internet in die Welt hinaus.”
“Freunde sind meine Konsumenten. Be my Comment.”

Mercedes Bunz bringt mehrere Beispiele, wie sich Popkultur im Internet manifestiert. Eine MySpace-Seite als Kunstprojekt des Künstlers Leandro Quintero. Ein wenig gehaltvolles Prada-Video mit Musik von Antony and the Johnsons bzw. Coco Rosie. Sowie das Londoner Design-Blog It’s Nice That.

Auf einen großartigen Text von Bunz in diesem Zusammenhang sei noch hingewiesen: Sozial 2.0: Herr, Knecht, Feind, Freund, erschienen im vergangenen Frühjahr im De-Bug.

PS: Ich hoffe, dass diese Zusammenfassung nicht zu sehr verkürzt ist. Berichtigungen und Ergänzungen in den Kommentaren sehr erwünscht. Das Team von JUKreiz hat die Lecture von Meredes Bunz gestreamt. Die Aufzeichnung des Streams ist allerdings noch nicht online abrufbar, sollte es aber hoffentlich demnächst. Update: Heinz hat seine Aufnahme der Lecture jetzt auch online gestellt.

Richtig verlinken

vergrößerter link (via telepolis)

Wie, wann und wo setzt man Links richtig? Wann sind zuviele, wann zuwenige Verweise in einem Onlinetext? Auf Telepolis findet sich ein Artikel, der sich mit Links im Online-Journalismus auseinandersetzt. Der Text ist zwar etwas lang, aber aufgrund der vielen Beispiele sehr kurzweilig zu lesen. Allein die Praxis, wie in dem Text Links gesetzt werden, zeigt, wie es richtig geht. Die Informationsjunkie-Zusammenfassung gibts im Folgenden:

Warum die meisten deutschen Medien insbesondere das World Wide Web nicht adäquat nutzen, sondern oft nur den gedruckten Text ohne Links online stellen, kann kaum vernünftig beantwortet werden. […]

Online-Journalismus, wenn man ihn ernsthaft betreibt, hat einen weitaus höheren Anspruch als der klassische Print-Journalismus: Er lädt die Leser ein, die Thesen der Autoren anhand der Quellen, die diese angeben und verlinken, zu überprüfen. Sie stellen sich fast in Echtzeit der Kritik. Online-Journalismus verlangt oft eine härtere und intensivere Recherche als die üblichen Artikel in der Tagespresse.

Das, was die New York Times schon lange Zeit anbietet, nämlich auf Lexika und Enzyklopädien zu verlinken, wird auch im Text begrüßt. Bei der New York Times öffnet sich per Doppelklick auf das markierte Worte ein weiteres Browserfenster mit Referenzen, die aus der hauseigenen Datenbank und verschiednenen Online-Wörterbüchern stammen.

Ein lexikalischer Link erklärt, was ein Begriff bedeutet und ist somit optional: Der Leser entscheidet, ob er das Wort kennt oder ob er es sich näher erläutern lassen möchte. Letzeres bietet der Autor als zusätzlichen Service des Textes an, weil er davon ausgeht, dass seine Informationen Rezipienten mit unterschiedlichem Wissenstand interessieren. Die Links ähneln hier den klassischen Fußnoten eines wissenschaftlichen Werkes.

Wieviel soll verlinkt werden? So oft wie nötig, aber nicht über das Maß hinaus: “In journalistischen Texten hat die Praxis von Wikipedia nichts verloren, jedes Wort, das im Online-Lexikon auftaucht, zu verlinken. Das machte [sic] einen Text unleserlich. ”

Die Regeln für richtiges Link-Setzen sind durchaus fundiert:

  • Der Text muss auch ohne Links lesbar, verständlich und informativ sein. […]
  • Quellen müssen ausnahmslos verlinkt werden. […]
  • Medien müssen dann verlinkt werden, wenn den Lesern nicht zugemutet werden kann, diese selbst zu finden. […]

Wichtig auch: Die Unmittelbarkeit der Quelle beachten. Will heißen: Nach Möglichkeit soll der Ursprungstext verlinkt werden, nicht das Medium, das den Ursprungstext zitiert. (Dem Quellenvermittler kann man beispielsweise am Ende des Texts mit einem “via” danken).
Sollte eigentlich ebenso selbstverständlich sein: Links auf Inhalte und Erreichbarkeit überprüfen. Also beispielsweise nicht auf Wikipedia verlinken ohne zumindest den Anfang davon gelesen zu haben.

Orte, sofern relevant, beispielsweise mit Google Maps oder anderen Anbietern verlinken.

Gegen Ende geht es noch um einige Spezialfälle, wie z.B. geschlossene Systeme, Whois-Einträge, Usenet, Tracerouting, Links zu kommerziellen Seiten (z.b. Bücher bei Amazon).

Der Unterschied zwischen Online-Journalismus und Blogs liegt tendenziell im Haltbarkeitsdatum der Links. Für ein Blog ist es nicht unbedingt wichtig, dass die Links nach einem Jahr noch funktionieren. Ein journalistischer Text im Archiv eines Online-Mediums, dessen Links ins Leere führen, ist ärgerlich.

Und das Fazit:

Man kann eine Wette abschließen: Wer in fünf Jahren die Prinzipien des Online-Journalismus nicht beherrscht, immer noch keine Links setzt und sich nicht der direkten Konfrontation mit kritischen Lesern aussetzen will, der hat verloren. Das Gute wird sich durchsetzen.

Neue Links in YouTube Videos

Wow, ein weiteres großartiges Beispiel, wie Interaktion in einem bisher ausschließlich passiv genutzten Medium funktionierten kann: YouTube führt bei seinen Videos eine neue Form von Interaktivität ein. Wie im Bild zu sehen, gibt es bei manchen Videos die Möglichkeit, auf bestimmte Felder zu klicken. Hat man darauf geklickt, wird man zu einem anderen Video weitergeleitet. Es handelt sich also um einen Link nicht neben oder unter einem Video – sondern in einem Video.

Das Video, mit dem YouTube diese neue Möglichkeit illustriert, ist eher langweilig. Äußerst cool finde ich aber die technischen Möglichkeiten: Bisher kannte ich eine ähnliche Funktion nur bei einigen DVDs. Dort konnte man sich am Ende einer Szene aussuchen, was weiter passieren soll – und hatte dann zwei bis drei unterschiedliche Screenshots für die einzelnen Szenen zur Auswahl. Einen Live-Link in einem Video sehe ich aber zum ersten mal. Kann das jetzt schon jeder YouTube-Uploader einbauen? Ich freue mich schon auf die ersten interaktiven Kurzfilme, bei denen man die Entscheidungen der Protagonisten selbst bestimmen kann.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich die Pornoindustrie nicht lange bitten lässt und auch etwas ähnliches entwickelt. Und auch die Werbung wird bald dafür Feuer und Flamme sein…

Ein Roman & Google Maps

google maps buch

Vor einigen Wochen habe ich von We Tell Stories berichtet, wo Kurzgeschichten mithilfe diverser Onlinewerkzeuge wie Twitter, Blogs oder Google Maps erzählt wurden. Jetzt bin ich via De-Bug auf ein Buch gestoßen, bei dem jede Doppelseite aussieht wie das Bild oben.

Der Promotext dazu:

Auf Basis von Google Maps wird parallel zu jeder Szene des Textes deren Handlungsort als exakte geografische Position bzw. jede Bewegung als animierte „Fahrt“ auf der Karte dargestellt. Der Leser des virtuellen Buches erlebt die geschilderte Handlung als „Reise über die Landkarte“ […].

Der Roman (es handelt sich um “Senghor On The Rocks” von Christoph Benda) wurde mit Geodaten ausgestattet. Immer wenn ein Ortswechsel passiert, dann ändert sich auch das Bild auf der linken Seite.

Wenn ich richtig recherchiert habe, kommt die ganze Gechichte sogar aus Österreich. Props!

Souvenirs vom PolitCamp

Wie wars? Super. Ja, tatsächlich: Das erste österreichische PolitCamp hat mir wirklich bestens gefallen. Auch wenn ich nur einen Tag und eine Nacht dabei war. Tag zwei ist sich leider nicht ausgegangen. Ich möchte jetzt nicht einzelne Sessions kommentieren, das haben viele andere viel besser gemacht. Schneeengel z.B., der vom Webverständnis von Lisa Rücker, Grüne Grazer Vizebürgermeisterin, ähnlich enttäuscht war wie ich. Christoph Chorherr hat in seiner Session weit mehr Durchblick bewiesen als seine Parteikollegin.

Interessant auch das Resümee von Helmuth Bronnenmayer von datenwerk. Oder auch das offizielle Politcamp-Blog, das von hauptsächlich von StudienkollegInnen von mir aus den Jahrgängen 2006 & 2007 gefüttert wurde. Die zahlreichen Wortmeldungen in Form von Podcasts sind hörenswert – besonders (aber nicht nur) für jene, die nicht vor Ort sein konnten.

Toll waren auch Marion Tobola von Trimedia und Jörg Hofstätter von ovos, die mir in einer Solosession das Konzept und die Webseite von entscheidend-bist-du sehr freundlich und geduldig erklärt haben. Das Portal ist, was die technische Umsetzung betrifft, auf dem neuesten Stand. Und auch inhaltlich ist es wirklich ansprechend: Wenn sich Jugendliche und PolitkerInnen in Form von Speeddatings austauschen, dann finde ich das eine frische Idee für Partizipation.

Mein persönliches Highlight war die Session von Ton (englische Zusammenfassung). Weniger Politik, mehr Web 2.0 (aber das war nicht der Grund, warum ich seine Worte gut fand). Er hat authentisch beschrieben, wie er seinen Alltag organisiert. Stichwort: Informationsfilterung durch Personen. Ich hab eine Mitschrift von diesem Vortrag. Wenn Interesse besteht, bitte um eine E-Mail oder einen Kommentar. Schade, dass ich nicht mit Ton gesprochen habe. Es ist sich ganz einfach nicht ausgegangen. Hoffentlich ein anderes Mal. Ich lese sein Blog schon seit mehr als einem Jahr sehr gern und kann es nur empfehlen.

Die Abendveranstaltung im Space04 im Kunsthaus Graz, die was Musik und Visuals betrifft meine Session war (zusammen mit meinen VJ-Kollegen von montage savuage, Manü & Joh), hat ganz gut geklappt. Johannes von monochrom hat eine grandiose Performance gehalten. Die Auflegerei im Anschluss mit DJ konzert, den boogee basement DJs und den Johnny F. von den Bumm Bumm Boys war sehr fein. Das iKU (Kunsthaus Café) werde ich allerdings für einige Zeit meiden, trotz des schnellen WLANS. Gründe dafür gerne in einem persönlichen Gespräch.

Das kurz angelegte Fazit ist nun doch etwas länger geworden. Zwei Dinge möchte ich noch verlautbaren:

  1. Barcamps (und auch Politcamps) sind oft ein Diskutieren in Utopien. Jeder braucht Visionen, das streite ich nicht ab. Ich würde mich jedoch freuen, wenn das ständige “Wenn x passiert…” [if] “…dann ist y endlich möglich” [then] ersetzt wird durch Diskussionen, die sich mit realen Themen auseinandersetzen. Weg vom “Wir brauchen jetzt nur mehr x, damit ‘jemand’ y machen kann.” Hin zu “Wir haben x, damit lässt sich kreatives y bewerkstelligen”
  2. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligen. Es hat wirklich Spaß gemacht. Ich hoffe, bis zum nächsten Jahr.

Schöne und viele Fotos gibts bei ton, christian, helge, heinz und basti (danke auch hier Schneeengel für die Linksammlung).

matrix auf Ö1 heute abend

Heute um 22.30 Uhr gibt es auf Ö1 eine matrix-Sendung zur Zukunft Sozialer Netzwerke:

[…] Bisher sind die meisten dieser Netzwerke jedoch abgeschlossene Welten, was Nutzer nicht selten zu einem Spagat der Online-Identitäten zwingt. Wer Freunde bei Facebook und Myspace hat, muss zwangsläufig zwei Profile auf dem Laufenden halten. Wer zusätzlich noch Twitter, Flickr, Del.icio.us und Youtube nutzt, verliert schon mal schnell den Überblick.
Eine Lösung dafür könnten offene soziale Netze sein, die den Austausch von Informationen über die Grenzen einer Plattform hinweg erlauben.

Erstes österreichisches PolitCamp

flyer politcamp front

Gleich fahre ich los zum Ersten Österreichischen PoltiCamp (Blog), das heute und morgen auf der FH Joanneum in Graz stattfindet.

Organisiert haben die Veranstaltung einige StudienkollegInnen aus dem Jahrgang 2006 zusammen mit Heinz und einigen anderen an den Studiengängen Journalismus und Unternehmenskommunikation und Informationsdesign.

Am Abend gibt es eine Party im Space04 des Kunsthaus, wo mein VJ-Kollektiv montage sauvage für die Visuals sorgen wird. Special Guest bei den Visuals: VJ Bobo! Mehr wird nicht verraten. Come & See.

Und wenn Sie das nicht überzeugt, am Abend in Scharen zum Kunsthaus zur besten BarCamp-Party aller Zeiten zu pilgern, dann ist es vielleicht der Umstand, dass monochrom eine Performance machen wird. Oder vielleicht dieses Legendäre Line-Up an DJs?

boogee basement DJs
ETEPETETE vs. Bumm Bumm Boys
DJ konzert

Es gibt Buffet!

Multimedium New York Times

NYT

Die New York Times haben einen investigativen Report veröffentlicht, der aus medialer Sicht gleich doppelt interessant ist. Spiegel Online fasst den Inhalt des Texts schön zusammen:

Die US-Regierung hat laut “New York Times” Militärexperten führender US-Fernsehsender massiv beeinflusst. So wurde die Berichterstattung über Themen wie den Irakkrieg oder das Gefangenenlager Guantanamo im Sinne des Weißen Hauses gesteuert.

Die Steuerung der Berichterstattung durch das Pentagon ist eine Sache. Faszinierend und erschreckend zugleich, wie die Bush-Administration versucht, auf die öffentliche Meinung Einfluss zu nehmen.

Eine andere – und mindestens gleich spannende – Geschichte ist, wie die New York Times die Geschichte an die Öffentlichkeit bringen:

  1. Gedruckt in der dicken Sonntagsausgabe der NYT
  2. Aufbereitet im Internet

Konkret geht es mir um die multimediale Aufbereitung im Internet, die die Vorteile von TV, Radio und Internet geschickt nützt. Ich kann mir die ganze Geschichte wie ein interaktives Video ansehen. Im Report werden Audiointerviews ebenso präsentiert wie Fernsehnachrichtenbilder. Wird ein wichtiges Beweismittel erwähnt, kann ich das im Document Archive gleich selbst lesen und downloaden.

Die Berichterstattung wird durch diese unmittelbare Verfügbarkeit der Quellen (Interviews, geheime Dokumente, etc.) nachvollziehbarer. Weder Print, noch Fernsehen noch Radio sind zu einer Transparenz im Stande wie das Internet. Allein dadurch, dass ich auf das fokussieren, das mich interessiert, habe ich einen Vorteil gegenüber den Rezipienten von Print oder TV.

Ich hoffe, das war jetzt kein Herunterbeten altbekannter Weisheiten. Mir geht es um die Methode, wie die verschiedenen Medien in die Berichterstattung eingebunden werden. Und die ist hochgradig innovativ.