journalism, media & technology

Das Grazer Metalab

In der Grazer Sporgasse 16 gibt es seit über einem Jahr ein Pendant zum Wiener Metalab, den Realraum. Es handelt sich um einen Treffpunkt für Elektronik- und Computerinteressierte. Ich schätze, dass im Gegensatz zu Wien der Fokus in Graz weniger auf Web2.0 und mehr auf Technik liegt. Ein richtiges Bild davon möchte ich mir aber erst vor Ort machen. Eine gute Gelegenheit bietet dazu die Geburtstagsfeier des Realraum am Freitag, den 7. März, ab 20.00 Uhr.

Webmontag in Graz

Der erste Grazer Webmontag– es handelt sich um eine Art Mini-Barcamp – hat gestern abend auf der FH Joanneum stattgefunden. Leider musste ich früher weg, doch ich empfand es als angenehm ungezwungen und erkenntnisreich. Nett, die Gesichter zu sehen, die hinter den einschlägigen Blogs und Webseiten stecken. Heinz hat die Inhalte zusammengefasst. Ich freue mich auf weitere Webmontage, die voraussichtlich monatlich stattfinden werden. 

Video Blog von Howard Rheingold

Auf den neuen Video Blog von Howard Rheingold möchte ich noch hinweisen. Eine Episode ist bis dato online, und diese finde ich wirklich lustig. Rheingold hat das alles nicht allein produziert. Ein ganzes Team hat mitgeholfen, die Marke Rheingold weiterzuentwickeln.  In  späteren Episoden will Rheingold dann auch über seine Tätigkeiten außerhalb der Online-Welt erzählen, wie zum Beispiel “painting, gardening, sculpting that are as important to me as the publishing activities that are most visible to others.”

"Österreichische Demokratische Republik"

… nennt der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz derzeit Österreich, wenn es um Datenschutzfragen geht. Und es ist wahrlich ein schwarzer Tag für die Bürgerrechte in unserem Land. Denn das eben von den Regierungsparteien beschlossene Sicherheitspolizeigesetz hat einige Tücken eingebaut. Zum Beispiel die folgende: 

 Auch “Namen und Anschrift eines Benutzers, dem eine IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt zugewiesen war”, soll die Polizei vom Provider ohne richterliche Kontrolle erhalten dürfen. (via fuzo

 Was mich wundert: Wo bleibt der Protest?   

Facebook wird zum Fadebook?

Vielleicht ist meine Wahrnehmung zu selektiv, aber soviel wie derzeit über Facebook publiziert wird, ist einfach enorm. Dass keineR mehr über MySpace spricht, ist eh schon ein alter Hut.

Mit dem Beacon-Feature (Wikipedia) hat sich Facebook ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt. Vielleicht zu weit, wenn es nach vielen Bloggern geht. Beacon ist heute genau ein Monat alt.  Es handelt sich um eine Werbetechnik, die mitverfolgt, was jeder Facebook-Nutzer auf bestimmten Internetseiten so treibt. Auch, wenn man sich bei Facebook ausgeloggt hat, wird die Facebook-Identität der Surfer von externen Webseiten noch gelesen. Anschließend werden Informationen über das, was der Benutzer auf der Seite gemacht hat, an Facebook gesendet. 

Also wenn ich beispielsweise auf eBay etwas ersteigere, dann wird das ohne mein Zutun meinen Facebook-Freunden mitgeteilt. Ich persönlich stelle mir das besonders toll vor, wenn ich für meine Freundin ein Geschenk kaufe und im selben Augenblick teilt ihr das mein Facebook-Newsfeed mit.

Jedenfalls gab es gegen Beacon gehörigen Protest, unter anderm auch eine Petition bei der Bürgerrechtsbewegung MoveOn.org. Die Geschichte fand ihren Weg zu den traditionellen Medien und ließ damit auch Facebooks Werbepartner skeptisch werden.

Ob da die späte Entschuldigung von Mark Zuckerberg etwas hilft? Ich bezweifle das. Das Facebook-Bashing geht weiter. Bei einer Umfrage, die gerade bei “mashable” läuft, sagt fast die Hälfte (Stand Heute Mittag) aller TeilnehmerInnen, dass  Zuckerberg’s Entschuldigung unangebracht ist:

Too Little, Too Late; Facebook’s Screwed!

Allzu ernst darf man das wahrscheinlich nicht nehmen. Auch der baldige Tod von Facebook wird beschworen:

Facebook has turned all the people who rooted for it into a lynch mob. In the space of a month, it’s gone from media darling to devil. The most interesting thing about Facebook right now is who will replace it.

Ein wenig zugespitzt, aber nachvollziehbar. Diesen Satz im selben Artikel verstehe ich aber nicht wirklich:

It could have all been avoided with a smart adult running things. Facebook has no old hands in its corner, no advisers to tell the kids how to behave. 

Ich glaube, dass es gerade auch der Mythos rund um den jungen Mark Zuckerberg war, der Facebook und keine Konkurrenzseite so populär gemacht hat. Viele der Multiplikatoren in den Amerikanischen Colleges wollten ganz einfach auch so erfolgreich sein wie Mark. Aber das ist eine andere Geschichte.

PS: In diesem Zusammenhang auch noch interessant: 15 Reasons Facebook Isn’t Worth $15 Billion

PPS: Beacon lässt sich abstellen. Die Daten, wie die Facebook-User andere Webseiten nutzen, erhält Facebook aber wahrscheinlich trotzdem. Einzige sichere Möglichkeit: Cookies löschen. Oder den ganzen Facebook-Account.

Ausgebobt

Da seh ich das am Samstag in Berlin, und am darauf folgenden Tag erreicht mich die Nachricht, dass es vorbei ist mit den Guten. Die Bösen haben anscheinend gesiegt. Die Guten sind so gut wie Geschichte. Sie verabschieden sich. Mit einem letzten Kraftakt. Der sich da nennt: Abschied.

bob magazin

Am 12. Dezember erscheint die vierte und letzte Ausgabe des Magazins “Bob”. Die vergangen drei habe ich mit Freude gelesen. Zuweilen war es mir ein wenig zu verhirnt für eine Illustrierte, meist aber fand ich die Lektüre sehr ansprechend. Meine Lieblingsnummer: Mutter. Alles gute, werte Herausgeber vom Club Bellevue, bei eurem neuen Projekt.

Dichand bloggt …

… bereits seit über einer Woche. Und die LeserInnen kommentieren fleißig. Hier gehts lang.

Nach dem inoffiziellen Krone-Blog setzt der alte Herr wohl zum Gegenschlag.

dichand

Ich möchte besonders auf das große Bild im Hintergrund hinweisen. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich: Sieht man sich auch den Teil des Bildes an, den die Blogposts überdecken, dann entdeckt man, dass Dichand lässig an einer Haltestange lehnt. Anscheinend wurde das Bild in einer Straßenbahn oder U-Bahn aufgenommen. Ein Mann des Volkes eben.

Ich bin schon gespannt, wie lange er durchhält.
[via fuzo]

Endlich einmal neue Nachrichten

metadata
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Wie werden wir in Zukunft Nachrichten lesen? Dave Winer, der Protoblogger, glaubt die Antwort zu kennen und gibt einen Vorgeschmack. Bei seinem Projekt nytimesriver.com hat er ein neues Feature hinzugefügt. Winer geht davon aus, dass dieses Feature das Lesen von Nachrichten revolutionieren wird:

First there was the web, then RSS, and now I think we’re on the cusp of another bit of change. If you want to see what I think it looks like, check out the home page of nytimesriver.com.

Ich musste mich in ein wenig einlesen, und hoffe, dass ich nun verstanden habe, was er meint. Hier meine kurze Zusammenfassung, ich freue mich über Ergänzung oder Korrektur:
Das ganze Projekt hat seinen Ursprung bei der New York Times genommen. Diese hat nämlich vor einiger Zeit Schluß gemacht mit Bezahl-Inhalten und ihre Online-Ausgabe fast zur Gänze frei zugänglich gemacht. Das gilt auch für die Metadaten, mit denen jeder Artikel der New York Times verknüpft ist:

The New York Times includes a large amount of topical metadata with each article it publishes. These daily dumps plot the relationships, and geographies, of each article and are archived as RDF, XHTML and SVG maps.

Mithilfe dieser Metadaten lassen sich Nachrichten nun beliebig anordnen, ganz so wie man es sich selbst vorstellt. Niemand diktiert die Wichtigkeit.
Die Sortierung und damit die Bewertung der Nachrichten erfolgt nicht mehr über Ressorts/Rubriken oder über “Aufmacher” und Glossen. Metadaten werden ganz nach dem Vorbild des Semantic Web miteinander verknüpft. Das hilft dabei, Zusammenhänge herauszustellen.

Was ist nun neu an dieser Perspektive? Und welche Auswirkungen hat das für RedakteurInnen?

These pages are notable for their simplicity. There are no distracting ads, no complex navigational tools, no typographical elegance or design flourishes. It’s just the text and you. […] Because the whole “river of news” approach, like the “newest posts on top” design of all blogs, takes a big bite out of the editor’s job.

Ich bin schon gespannt, wie die Leser und Leserinnen dieses neue Modell der Informationsselektion annehmen werden. Bis wir etwas ähnliches bei europäischen Nachrichtenseiten haben, wird es sicher noch lange dauern. Ich kenne auch kein deutschsprachiges Newsportal, dass – wie die New York Times – Meta-Daten seinen Artikeln beifügt. Da wird im Nachhinein noch viel Tagging notwendig sein.