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melting pot: shooting for tv-report completed

during the morning five young journalists from the melting-pot-workshop went downtown to shoot some material for tv-report on urban life. the rest the of the team stayed in the european parliament. both, the ones in the parliament and the ones going on the streets, interviewed passers-by about their life in brussels.
the material is reviewed at the moment. post-production will start soon.
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good morning from the “melting pot”

pamela peeters, a metropolitan  environmental economist coming from belgium, is today’s guest lecturer in the “melting pot”. pamela is very engaged, she brings another point of view into the workshop.

yesterday’s plan of the tv-report is discussed again. the report has to be finished at half past five. a new schedule is being drawn up.
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urban discussions at the melting pot

10 people, 4 minutes, 1 report: the participants of the “melting-pot”-workshop do not have an easy task. the ten-headed-team is supposed to produce one tv-reportage together. the topic: urban life.
after some theoretical input by bart nijhof from the european urban knowledge network a big discussion starts: how is the group going to produce this tv-reportage? what is the message that should be communicated? different points of views come together. everybody has his own pictures in his or her head. should there be music or should there none? contrasts or not?
the discussion is still going, wehen gisela kallenbach from the european greens enters the room and gives more input on the topic…
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tschechisches tv gehackt

die zeit meldet, dass eine atombombe in tschechien losgegangen ist:

Mit Bildern einer vermeintlichen Atombombenexplosion im böhmischen Riesengebirge haben Hacker die Zuschauer des tschechischen Frühstücksfernsehens schockiert. Der öffentlich-rechtliche Sender CT2 strahlt jeden Morgen Bilder von Erholungszentren des Landes aus. Dabei werden die unkommentierten Szenen von fest installierten Kameras aufgenommen, die rund eine Minute lang über den jeweiligen Ort schwenken. Am Sonntag hackten sich Computerexperten der Initiative Ztohoven in die CT2-Leitung und speisten die simulierte Detonation einer Atombombe ein. Der Sender werde vermutlich Anzeige erstatten, sagte ein CT-Sprecher.

den hack gibts auch auf youtube zu bestaunen:


[via netzpolitik]

roman eines schicksallosen

heute habe ich imre kertész‘ “roman eines schicksallosen” fertig gelesen. ich verzichte auf eine inhaltsangabe, die kann man anderenorts studieren. einige ungeordnete notizen und gedanken von meiner seite zum wohl wichtigsten werk des ungarischen autors: kertész  verwendet eine klare sprache, die zuweilen zutiefst minimalistisch ist; und gerade dadurch berührt sie.
ich habe viel neues erfahren über die grausamkeiten, die in den konzentrationslagern begangen wurden. viele fakten, die ich schon einmal gehört hatte, wurden durch die lektüre wieder präsent.
zu denken gegeben hat mir, dass der protagonist selten an seinen vater denkt, der bereits vor ihm deportiert wurde. während seines ganzen aufenthalts in den verschiedenen lagern versucht er niemals, seinen vater zu finden.
ein markantes zitat aus dem ende des buches, als der junge nach seiner heimkehr einen journalisten auf der straße trifft, macht besondes betroffen:

«Mein Junge, möchtest du nicht über deine Erlebnisse berichten?» Ich staunte ein bißchen und sagte, sehr viel Interessantes könnte ich ihm nicht  erzählen. Da hat er ein wenig gelächelt und gesagt: «Nicht mir: der Welt.» Darauf staunte ich noch mehr und wollte wissen: «Aber worüber denn?» «Über die Hölle der Lager», antwortete er, worauf ich bemerkte, darüber könne ich schon gar nichts sagen, weil ich die Hölle nicht kenne und sie mir nicht  einmal vorstellen kann. Aber er sagte, das sei bloß so ein Vergleich: «Haben wir uns denn», fragte er, «das Konzentrationslager nicht als Hölle vorzustellen?», und ich sagte, während ich mit dem Absatz ein paar Kreise in den Staub zeichnete, jeder könne es sich vorstellen, wie er wolle, ich meinerseits könne mir jedenfalls nur das Konzentrationslager vorstellen, denn das kenne ich bis zu einem gewissen Grad, die Hölle aber nicht. «Aber wenn nun doch?» drängte er, und nach ein paar weiteren Kreisen sagte ich: «Dann würde ich sie mir als einen Ort vorstellen, wo man sich nicht langweilen kann», wohingegen man das, so fügte ich hinzu, im Konzentrationslager  könne, sogar in Auschwitz – unter bestimmten Voraussetzungen, versteht sich. Daraufhin schwieg er ein Weilchen, und dann fragte er, irgendwie aber schon widerwillig, wie mir schien: «Ja, und womit erklärst du das?», und da habe ich nach einigem Nachdenken gefunden: «Mit der Zeit.» (zitat via nobelprize.org)

der roman provoziert in erster linie deswegen, weil der junge protagonist bereitwillig versucht, die logik der lager zu erklären. “ich habe von greueln nichts bemerkt”, sagt er am ende in einem gespräch. alles sei schritt für schritt passiert.
trotz all der erfahrungen bleibt der junge ein schicksalloser. ihm wird geraten, er solle die zeit schnellstmöglich vergessen und “ein neues leben beginnen”. doch da würde etwas unmögliches von ihm verlangt werden. “was geschehen sei, sei geschehen”, schreibt kertész. glücklicherweise hat er nicht vergessen und seine erinnerungen niedergeschrieben. in jedem deutsch-unterricht sollte dieses buch pflichtlektüre sein.