politics

Studienpräsentation: Twitterpolitik – Themen und Netzwerke der politischen Twittersphäre in Österreich

Am 29. März 2012 präsentieren Axel MairederAxel Kittenberger und ich im Designforum Wien unsere Studie zur österreichischen Innenpolitik auf Twitter. Rund ein halbes Jahr haben wir daran gearbeitet. Die Ergebnisse diskutiert anschließend ein Panel, bestehend aus Corinna Milborn (News), Armin Wolf (ORF), Stefan Petzner (BZÖ) und Michel Reimon (Grüne), unter der Moderation von Niko Alm (Super-Fi).

Weitere Infos zur Veranstaltung, laufende Neuigkeiten, sowie die Studie selbst veröffentlichen wir auf:

http://twitterpolitik.net

Twitterpolitik

Souvenirs vom PolitCamp

Wie wars? Super. Ja, tatsächlich: Das erste österreichische PolitCamp hat mir wirklich bestens gefallen. Auch wenn ich nur einen Tag und eine Nacht dabei war. Tag zwei ist sich leider nicht ausgegangen. Ich möchte jetzt nicht einzelne Sessions kommentieren, das haben viele andere viel besser gemacht. Schneeengel z.B., der vom Webverständnis von Lisa Rücker, Grüne Grazer Vizebürgermeisterin, ähnlich enttäuscht war wie ich. Christoph Chorherr hat in seiner Session weit mehr Durchblick bewiesen als seine Parteikollegin.

Interessant auch das Resümee von Helmuth Bronnenmayer von datenwerk. Oder auch das offizielle Politcamp-Blog, das von hauptsächlich von StudienkollegInnen von mir aus den Jahrgängen 2006 & 2007 gefüttert wurde. Die zahlreichen Wortmeldungen in Form von Podcasts sind hörenswert – besonders (aber nicht nur) für jene, die nicht vor Ort sein konnten.

Toll waren auch Marion Tobola von Trimedia und Jörg Hofstätter von ovos, die mir in einer Solosession das Konzept und die Webseite von entscheidend-bist-du sehr freundlich und geduldig erklärt haben. Das Portal ist, was die technische Umsetzung betrifft, auf dem neuesten Stand. Und auch inhaltlich ist es wirklich ansprechend: Wenn sich Jugendliche und PolitkerInnen in Form von Speeddatings austauschen, dann finde ich das eine frische Idee für Partizipation.

Mein persönliches Highlight war die Session von Ton (englische Zusammenfassung). Weniger Politik, mehr Web 2.0 (aber das war nicht der Grund, warum ich seine Worte gut fand). Er hat authentisch beschrieben, wie er seinen Alltag organisiert. Stichwort: Informationsfilterung durch Personen. Ich hab eine Mitschrift von diesem Vortrag. Wenn Interesse besteht, bitte um eine E-Mail oder einen Kommentar. Schade, dass ich nicht mit Ton gesprochen habe. Es ist sich ganz einfach nicht ausgegangen. Hoffentlich ein anderes Mal. Ich lese sein Blog schon seit mehr als einem Jahr sehr gern und kann es nur empfehlen.

Die Abendveranstaltung im Space04 im Kunsthaus Graz, die was Musik und Visuals betrifft meine Session war (zusammen mit meinen VJ-Kollegen von montage savuage, Manü & Joh), hat ganz gut geklappt. Johannes von monochrom hat eine grandiose Performance gehalten. Die Auflegerei im Anschluss mit DJ konzert, den boogee basement DJs und den Johnny F. von den Bumm Bumm Boys war sehr fein. Das iKU (Kunsthaus Café) werde ich allerdings für einige Zeit meiden, trotz des schnellen WLANS. Gründe dafür gerne in einem persönlichen Gespräch.

Das kurz angelegte Fazit ist nun doch etwas länger geworden. Zwei Dinge möchte ich noch verlautbaren:

  1. Barcamps (und auch Politcamps) sind oft ein Diskutieren in Utopien. Jeder braucht Visionen, das streite ich nicht ab. Ich würde mich jedoch freuen, wenn das ständige “Wenn x passiert…” [if] “…dann ist y endlich möglich” [then] ersetzt wird durch Diskussionen, die sich mit realen Themen auseinandersetzen. Weg vom “Wir brauchen jetzt nur mehr x, damit ‘jemand’ y machen kann.” Hin zu “Wir haben x, damit lässt sich kreatives y bewerkstelligen”
  2. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligen. Es hat wirklich Spaß gemacht. Ich hoffe, bis zum nächsten Jahr.

Schöne und viele Fotos gibts bei ton, christian, helge, heinz und basti (danke auch hier Schneeengel für die Linksammlung).

Erstes österreichisches PolitCamp

flyer politcamp front

Gleich fahre ich los zum Ersten Österreichischen PoltiCamp (Blog), das heute und morgen auf der FH Joanneum in Graz stattfindet.

Organisiert haben die Veranstaltung einige StudienkollegInnen aus dem Jahrgang 2006 zusammen mit Heinz und einigen anderen an den Studiengängen Journalismus und Unternehmenskommunikation und Informationsdesign.

Am Abend gibt es eine Party im Space04 des Kunsthaus, wo mein VJ-Kollektiv montage sauvage für die Visuals sorgen wird. Special Guest bei den Visuals: VJ Bobo! Mehr wird nicht verraten. Come & See.

Und wenn Sie das nicht überzeugt, am Abend in Scharen zum Kunsthaus zur besten BarCamp-Party aller Zeiten zu pilgern, dann ist es vielleicht der Umstand, dass monochrom eine Performance machen wird. Oder vielleicht dieses Legendäre Line-Up an DJs?

boogee basement DJs
ETEPETETE vs. Bumm Bumm Boys
DJ konzert

Es gibt Buffet!

"Blocher ist ganz anders als Haider"

Ein zu beachtendes Interview hat Roger Klöppel, Chefredakteur und Herausgeber der Schweizer Weltwoche, im Online-Standard gegeben. Klaus Stimeder vom Datum hat ihn gefragt. Klöppel verteidigt im Gespräch unter anderem seine Unterstützung für die weit rechts angesiedelte Schweizer Volkspartei (SVP) und ihren Vorsitzenden Christoph Blocher. Auch die publizistische Unterstützung für Bushs Irak-Feldzug wird argumentiert. Und warum die Schweiz und nicht Österreich Europameister wird… 

"Österreichische Demokratische Republik"

… nennt der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz derzeit Österreich, wenn es um Datenschutzfragen geht. Und es ist wahrlich ein schwarzer Tag für die Bürgerrechte in unserem Land. Denn das eben von den Regierungsparteien beschlossene Sicherheitspolizeigesetz hat einige Tücken eingebaut. Zum Beispiel die folgende: 

 Auch “Namen und Anschrift eines Benutzers, dem eine IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt zugewiesen war”, soll die Polizei vom Provider ohne richterliche Kontrolle erhalten dürfen. (via fuzo

 Was mich wundert: Wo bleibt der Protest?   

So spontan

Auszug aus einer Presseaussendung des Außenministeriums:

Plassnik: “Europa ist für die Jugend eine Jahrhundertchance”

Außenministerin wird ein “Europa-Forderungskatalog” von Jugendlichen überreicht

 Wien, 8. November – Freude über die Chancen durch den EU-Reformvertrag von Lissabon artikulierten heute Jugendliche vor der Europa-Debatte im österreichischen Nationalrat. (…)

“Meine Bitte an die Jugend: Bei der Begeisterung für Europa nicht nachlassen, hartnäckig und interessiert bleiben. Wir brauchen euer Interesse, eure Energie und eure ganz speziellen Visionen, um das große Projekt weiter zu entfalten. Das Europa von morgen ist euer Europa”, so die Ministerin abschließend.

Barack vs. Hillary

Welcher US-Präsidentschaftskandidat der Demokraten ist populärer unter den Internetnutzern?
Barack oder Hillary? Ein Google Fight gibt Auskunft:

    Hillary: 12,000,000 Hits
    Barack: 2,870,000 Hits

Bei MySpace ist es genau umgekehrt:

    Hillary: 142.300 Freunde
    Barack: 182.185 Freunde

Sollte eineR der beiden der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden, dann bin ich schon gespannt, ob die Sozialen Medien auch auch nach der Wahl noch so starken Einsatz finden. Ich glaube kaum. Viele politische WahlkämpferInnen degradieren Soziale Medien zum Marketing-Instrument. Kaum eineR versucht damit sinnvolle, langfristige Kommunikation zu betreiben.

Die sinnleeren Schubladen der FH Joanneum

Kategorisierung hilft dabei den Überblick zu bewahren. Allerdings nur, wenn sie auch richtig passiert.
Ein Quiz:
Ordnen Sie den Begriff “Journalismus und Unternehmenskommunikation” einer der beiden Kategorien zu:

    A.) Internationale Wirtschaft
    B.) Information, Design und Technologien

Die kursive Hervorhebung stammt von mir, soll Sie aber nicht in Ihrem Entscheidungsprozess beeinflussen. Sie werden mir sicher zustimmen (Achtung, Ironie): Die Antwort ist ganz klar “A.”. “Journalismus und Unternehmenskommunikation” gehört in eine Schublade, in der auch Begriffe zu finden sind wie “Bank- und Versicherungswirtschaft” oder “International Management”. Auf keinen Fall sollte man “Journalismus und Unternehmenskommunikation” mit einem Begriff wie “Information” in Verbindung bringen. Wo kämen wir denn da hin. Journalismus und Information: Selten so gelacht. (Achtung, Ironie Ende)

Was vor einigen Monaten schon einmal als böser Geist über dem Studiengang, an dem ich studiere, schwebte, ist nun wirklich wahr geworden: An der FH Joanneum ist “Journalismus und Unternehmenskommunkation” nun Teil des Fachbereichs “Internationale Wirtschaft”. Endgültig hat man den Studiengang nun abgetrennt von den anderen Medien- und Designstudiengängen. Nach der großen Diskussion um das neue/alte Standortkonzept hatte ich gedacht, dass auch diese sinnleere Schubladisierung endlich vom Tisch ist. Leider falsch gedacht. Die möglichen Konsequenzen für diese Entscheidung beschreibt mein Studienkollege Michael vom Jahrgang ’05 hier. Danke auch an Heinz für den Hinweis.
Ein PR-Desaster wie vor einem Monat hat die FH Joanneum wohl diesmal vermieden. Sehr still und ohne Pressemeldung wurde diese neue Un-Kategorisierung vorgenommen. In den Redaktionen und PR-Stellen dieses Landes wird man sich ein Belächeln wohl aber nicht verkneifen können. Mir ist zum Lachen nicht wirklich zumute.

Insel der Unseeligen

keine insel

Gestern abend lief im Augartenkino Keine Insel (imdb, Trailer). Der Dokumentarfilm beschäftigt sich mit der Entführung des Großindustriellen Walter Michael Palmers im November 1977. Die Bewegung 2. Juni hatte Palmers damals entführt, nicht aus politischen, sondern aus rein finanziellen Motiven. Der Titel des Films spielt darauf an, dass Österreich regelmäßig als “Insel der Seeligen” bezeichnet wird, also hier keine Verbrechen geschehen würden.
Regisseur Alexander Binder hat sehr intensive Interviews mit den Entführern und Zeitzeugen geführt. Er erzählt die Geschichte der Entführung der Sicht der Täter. In kurzen Zeitdokumenten, Radio- und Fernsehbeiträgen, wird gezeigt, wie die Öffentlichkeit die Ereignissse zu dieser Zeit wahrgenommen hat.
Geschickt montiert Binder die einzelnen Gespräche. Obwohl er eigentlich nur Interviews mit statischer Kamera geführt hat, reißt der Spannungsbogen zu keiner Zeit ab. Selten hat auf mich ein Film so ruhig, und gleichzeitig so aufwühlend gewirkt. Großes Kino.

tschechisches tv gehackt

die zeit meldet, dass eine atombombe in tschechien losgegangen ist:

Mit Bildern einer vermeintlichen Atombombenexplosion im böhmischen Riesengebirge haben Hacker die Zuschauer des tschechischen Frühstücksfernsehens schockiert. Der öffentlich-rechtliche Sender CT2 strahlt jeden Morgen Bilder von Erholungszentren des Landes aus. Dabei werden die unkommentierten Szenen von fest installierten Kameras aufgenommen, die rund eine Minute lang über den jeweiligen Ort schwenken. Am Sonntag hackten sich Computerexperten der Initiative Ztohoven in die CT2-Leitung und speisten die simulierte Detonation einer Atombombe ein. Der Sender werde vermutlich Anzeige erstatten, sagte ein CT-Sprecher.

den hack gibts auch auf youtube zu bestaunen:


[via netzpolitik]