projects & events

Souvenirs von der re:publica, Teil 1

Sie selbst nennt sich eine „der wichtigsten Gesellschaftskonferenzen Europas”, ich habe sie den „alljährlichen Opernball der deutschsprachigen Social-Web-Szene” geheißen – irgendetwas dazwischen wird sie wohl tatsächlich sein. Die re:publica in Berlin: Über 5.000 Teilnehmende, unzählige Workshops und Diskussionen, populäre internationale Speaker und aktuelle Themen rund um Internet, Politik, Technik und Gesellschaft. Die Konferenz, die seit 2007 jährlich veranstaltet wird, richtet sich an Vertreter aus Wissenschaft und Praxis zugleich. Für mich bietet sie die einzigartige Gelegenheit, mich auf den aktuellen Stand in Bereichen zu bringen, die meine Arbeit zwar berühren, die ich aber unter dem Jahr nicht schaffe, umfassend mitzuverfolgen. Ich bin aber auch zum dritten Mal nach Berlin gekommen, um die vielen Branchenkollegen, Freunde und Bekannten wieder zu sehen.

Viel von der re:publica ist bereits online dokumentiert, in den kommenden Tagen wird sicher noch mehr folgen. (Fast) jede Session wurde aufgezeichnet und auf YouTube gestellt. Unsere ist leider (noch) nicht darunter. Hier sind die Talkaufzeichnungen sogar schon mit dem Zeitplan verlinkt. Kurze Zusammenfassungen haben auch schon meine Kollegen aus Graz, Heinz und Brigitte, geschrieben. Jakob weist auf die Selbstreferenzialität hin. Wessen Zusammenfassung fehlt hier noch? Gerne Hinweise dazu an mich oder in die Kommentare.

Ich habe versucht, auf der Konferenz live mitzubloggen, musste mir aber eingestehen, dass das kaum möglich ist, will man keine Einheit verpassen. Deshalb reiche ich im folgenden die Zusammenfassungen von einigen Sessions nach, in denen ich gesessen bin. Vor allem bei einigen der Panels lohnt sich aber der Blick in die Videoaufzeichnung.

Hier kommt ihr zu den einzelnen Themen im Text:

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re:publica 13 / Tagespolitik auf Twitter: Themen und Strukturen einer politischen Twittersphäre

Vortrag auf der re:publica 13, Berlin, Deutschland
2013-05-06–08
Mit Axel Maireder

Zusammenfassung

In Österreich hat sich in den letzten Jahren auf Twitter ein spezifischer innenpolitischer Kommunikationsraum entwickelt, in dem ein offener Austausch zwischen ganz unterschiedlichen Gruppen und Akteuren stattfindet: ParlamentarierInnen tickern aus Untersuchungsausschüssen, lose Kollektive kampagnisieren und renommierte Leitartikler prüfen vorab ihre Thesen. Jede politische Fernsehsendung wird zur #Hashtag-Arena, in der UserInnen aller Couleurs miteinander diskutieren.

Wir haben diese politische Twittersphäre über mehrere Monate hinweg beobachtet. Basierend auf Netzwerk- und Inhaltsanalysen zeigen wir, welche Themen diskutiert werden, welche NutzerInnen in diesen Diskussionen zentral sind, und in welchem Verhältnis die Themensetzung auf Twitter zu jener in den Massenmedien steht.

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass Twitter tagsüber stark als Broadcastmedium verwendet wird und abends der Dialog dominiert. Insbesondere Grüne PolitikerInnen und Männer prägen den Diskurs. Die politische Twittersphäre in Österreich enthält einen umfangreichen, dichten Netzwerk-Kern, der sowohl Politik-Profis als auch BürgerInnen einschließt. Eine klare Trennlinie zwischen dem Netzwerk der Politik-Profis und jenem der Zivilgesellschaft kann nicht ausgemacht werden. Auf Twitter und in den Massenmedien zeigen sich unterschiedliche Themenagenden. Vor allem werden aktuelle, sensationelle Ereignisse auf Twitter anteilsmäßig stärker diskutiert als in den Massenmedien, während langatmige Themen wie die Finanzkrise auf Twitter kaum vorkommen.

Abschließend diskutieren wir die Ergebnisse aus unsere Studie vor dem Hintergrund aktueller demokratiepolitischer Debatten rund um die Integrationsfunktion internetbasierter Kommunikationstechnologien.

Twitterpolitik

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Project type: Study / Research project
Partners: Axel Maireder, Axel Kittenberger
Active: 2011-2013
Financial and organizational support: Super-FiThe GapSocial Media Ranking (Niko Alm, Stefan Niederwieser, Michael Schöner, Cornelia Stastny, Thomas Weber)
Resources: Website, Study [de], Paper

The networks and topics of Austria’s political Twittersphere were in the center of a research project, that I conducted with Axel Maireder and Axel Kittenberger for more than a year at the University of Vienna.  Read more about the project in the blog entry on the the milestones and contributors of “Twitterpolitik”.

Die Netzwerke und Themen der österreichichen politischen Twittersphäre standen im Zentrum eines Forschungsprojekts, das ich gemeinsam mit Axel Maireder und Axel Kittenberger zwischen 2011 und 2013 an der Universität Wien durchgeführt habe. Lesen Sie mehr darüber in einem Blogeintrag über die Meilensteine und Beteiligten der „Twitterpolitik”

montage sauvage

Project type: Live video art, club visuals
Members: Julian Ausserhofer, Manuel Kostka, Johannes Paar, Philipp Rudler
Active: 2005 – Present
Label: sound:frame AV
Resources: Website, Facebook, Vimeo, YouTube, Twitter, Flickr, MySpace

montage sauvage is an Austrian VJ collective, focused on live video art and club visuals. Since  2005 the collective has been performing at clubs, festivals and museums in Austria and all over the world (New York, Shanghai, Oslo, Cologne, Tallinn and others). montage sauvage is resident artist at a series of club events, has developed several installations and visualized the music of leading figures in the field of electronic music. Most probably they are the world record holders for vjing under extreme conditions: On Kitzsteinhorn Glacier, 2,800 meters above sea level, at -25°C and heavy snowfall, only “wild cuts” can keep the party from freezing.

Their style: Narrative elements and found footage connect with 3D-objects and graphic animation. Square, skew and squashed: Anything is combined with their “montage sauvage”.

montage sauvage, das sind die VJ-Herzbuben. Hinter dem Pseudonym steht ein Künstlerquartett mit Schwerpunkt Live-Videokunst und Club-Visuals. Aktiv seit 2005, hauptsächlich in Wien, Graz und Rest-Österreich, Residents bei mehreren Veranstaltungsreihen und Festivals, immer wieder auch internationale Einsätze. Wahrscheinlicher Weltrekordhalter für VJing unter Extrembedingungen: Am Salzburger Gletscher Kitzsteinhorn, 2.800 Meter über dem Meer, bei minus 25 Grad und dichtem Schneetreiben. Normalerweise Auftritte in Clubs mit elektronischer Musik, diverse Ausstellungsarbeiten, Installationen und Nebenprojekte.

Die Visuals von montage sauvage verschmelzen Mini-Movies mit 3D-Objekten und Grafikanimation. Kantig, körnig und konkret: Alles wird bei montage sauvage mit “wilden Schnitten” verbunden.

Armut bekämpfen mit Open Data [Update]

Über 100 Hackathons – von Norwegen bis Uganda – gingen dieses Wochenende anlässlich des International Open Data Day über die Bühne – einer davon auch in Wien: Im Zentrum für Verwaltungsforschung beschäftigten sich Open-Data-Begeisterte mit offenen Daten, deren Aufbereitung und Nutzen. Tag eins widmete sich der Frage, wie sich Armut durch Big Data bekämpfen lässt, Tag zwei offenen Gemeindebudgets. Insgesamt kamen an den zwei Tagen rund vierzig DatenexpertInnen, EntwicklerInnen und Open Data Advocates ins KDZ. Sie waren aus Washington, Frankfurt, Bratislava aber auch aus Wien, der Steiermark und Niederösterreich angereist. Das mediale Interesse war mit einem Kamerateam der ZiB2 und JournalistInnen von Radio Ö1 und Radio Helsinki unerwartet hoch.

(c) UNDP in Europe and Central Asia

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Events

[de] Hier liste ich Veranstaltungen auf, an denen ich eine aktive Rolle übernehme oder teilnehme. Deine/Ihre Teilnahme ist ausdrücklich erwünscht. [en] I list events here, where i have an active or participating role. Your participation is very welcome.

Upcoming Events

What When Where My role
Alexander von Humboldt Institute for Internet and Society 2013-07-01–09-30 Berlin Summer Fellow
Digital Methods: Jahrestagung der DGPuK-Fachgruppe Computervermittelte Kommunikation 2013-11-07–09 Wien Co-Organizer

Past Events*

What When Where My role Documentation
BarCamp Alpbach 2013-08-14 Alpbach (Hauptschule) Co-Organizer
Europäisches Forum Alpbach 2013-08-12–15 Alpbach Participant
Alexander von Humboldt Institute for Internet and Society 2013-07-01–09-30 Berlin Summer Fellow Journal Club Presentation
Springfestival 2013-05-29–06-01 Graz (Dom im Berg & Postgarage) VJing with montage sauvage
re:publica 13 2013-05-06–08 Berlin (Station) Speaker Slides
BarCamp/PolitCamp Graz 2013-04-26–28 Graz (FH JOANNEUM) Participant Prezi
How to Start With Data Journalism? Nicolas Kayser-Bril explains 2013-04-25 Graz (FH JOANNEUM) Co-Organizer
Forschungsforum der österreichischen Fachhochschulen 2013-04-03–04 Dornbirn (Fachhochschule) Speaker TBA
Public Relations Newcomers Austria 2013-03-19 Grayling Speaker TBA
Informationsveranstaltung zum Europäischen Forum Alpbach 2013-03-12 Graz (FH JOANNEUM, Journalismus & PR) Co-Organizer
International Open Data Day 2013-02-22 Wien (KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung) Co-Organizer, Participant Zusammenfassung
Diskussion: Kundgebung heißt jetzt Flashmob. Haben NGOs ausgedient? 2013-02-18 Wien (Bruno-Kreisky-Forum) Panel Participant Zusammenfassung
twentytwenty: Gadgets: Geräte ohne Gewissen? 2013-02-13 Wien (Hub) Participant Zusammenfassung
Digital Methods Winterschool 2013 2013-01-22–25 Amsterdam (University) Presenter, Participant Roundup

* Beginnend mit 2013 / Beginning with 2013.

New Publication: National Politics on Twitter

What started as an idea at Axel Bruns’ PhD Seminar in the summer of 2011 is finally my most important scientific publication so far. Yesterday, National Politics on Twitter: Structures and Topics of a Networked Public Sphere was published in Information, Communication & Society (ICS). The paper will be printed in a special issue covering the Internet Research 13.0 conference. I am really happy about this publication, because ICS belongs to the most important journals in my field of research.

Here is the…

  • the draft version of the article [coming soon].
  • the research paper Twitterpolitik [26,4 MB PDF, 58 pages, in German) that covers the same topic.
  • the abstract  (more…)

Netzwerkvisualisierungen bei Onlinemedien [updated]

[Live-Blogging, Disclaimer] Gestern ging im Wiener Hub die vierte Ausgabe von Hacks/Hackers Vienna über die Bühne. Charakteristikum der Veranstaltung ist, dass JournalistInnen (=Hacks) und ProgrammiererInnen (=Hackers) zusammen kommen, um Innovationen im Journalismus zu diskutieren. Ich habe auch vor einiger Zeit dort einmal etwas über Datenjournalismus erzählt.

Die Netzwerke bei derStandard.at

“Es sollte interaktiv, spielerischer und irgendwie ‘2012’ sein”, leitete Florian Gossy ein, um von den Netzwerkvisualisierungen von derStandard.at zu erzählen, die er zusammen mit KollegInnen in den letzten Wochen und Monaten erstellt hatte: InserateGlücksspielTelekom sind die, die bis jetzt existieren. Weitere sind in Planung. Das Feedback der UserInnen und der Leitung von derStandard.at nach der Veröffentlichung war sehr positiv. Die Zugriffe waren höher, ebenso die Verweildauer. Betriebswirtschaflich rechnen tut sich das Projekt allerdings nicht, weil unglaublich viel Arbeit darin steckt. Zu jedem Akteur mussten die Verbindungen händisch definiert werden; es gibt eine Biografie inkl. Events und Verlinkungen zu anderen Artikeln (auch zur Konkurrenz). In Zukunft könnten aus diesen Events auch Timelines exportiert werden. Weil es sich um so sensitive Fälle handelt, wurden die Beschreibungen und Verbindungen jedes Akteurs wird von drei bis vier Personen gecheckt.

Länger haben wir über das Design gesprochen, das noch weiterentwickelt werden soll: Jeder Knoten ist derzeit gleich groß, die Verbindungsdicke und -entfernung kann per Dropdownmenü gesteuert werden. Die Netzwerke sind als Layer angelegt. Später wird man hoffentlich Netzwerke aus verschiedenen Themen übereinander legen können bzw. per Tab durchklicken können. Technisch basieren die Netzwerke auf der Javascript-Library. Bei der Entwicklung arbeiteten derStandard.at mit einer externen Entwicklungsfirma zusammen.

Weitere Politik-Netzwerkvisualisierungen

Im Anschluss an Flos Referat diskutierten wir noch weitere politische Netzwerkgrafiken bei Online-Medien. Unbekannt, da so versteckt, sind die Netzwerke, die Meine Abgeordneten automatisiert für jeden Abgeordneten erstellt. Hier ein Beispiel zu Martin Bartenstein:

Bartenstein-Firmen-Netzwerk

Fin erklärt noch, was er an einem Wochenende im Metalab programmiert hat. Eine (halbfertige) Netzwerkgrafik zu Karl-Heinz Grasser:

KHG-Netzwerk

Als Visualiserung mit wenig Informationsgehalt wird jenes von Le Monde über die MitarbeiterInnen des französischen Präsidenten eingeschätzt. Ein ausklappbares Organigramm würde wohl besser passen:

Hollande-MitarbeiterInnen

Update 12:00 Uhr: Flo Gossy weist auf Twitter noch auf eine weitere Netzwerkvisualisierung von PBS hin, die Video mit interaktiver Netzwerkgrafik kombiniert:


Update Ende

Das Digilab von “Heute”

Den Abschluss von Hacks/Hackers machte Christof Hinterplattner (@quadres), der die Digitalsparte der Gratistageszeitung Heute leitet. Er kündigte an, dass “Heute” gerade dabei ist, ein Labor für digitale Konzepte aufzubauen. Derzeit sind sie gerade auf der Suche nach Personal. Ca. sechs bis zehn Leute sollen im Digilab arbeiten und abseits des Tagesgeschäfts innovative Prototypen und Konzepte entwickeln. Erste Projekte sind noch nicht definiert, es scheint aber, dass es nicht allein um Journalismus gehen soll. Trotzdem klingt es nach einer interessanten Spielwiese.

250.000 EUR Journalismus-Innovations-Wettbewerb & Random Hacks of Kindness

Zu Gast, weil zufällig in Wien, war auch Rina Tsubaki, die in Maastricht für das European Journalism Center das Projekt Emergency Journalism betreut. Das European Journalism Center ist mir bekannt, weil sie das Data Journalism Handbook in Kooperation mit der britischen OKFN so erfolgreich abgewickelt haben. Rina macht uns noch auf zwei Projekte aufmerksam:

  1. Einen gerade laufenden Wettbewerb für Journalismusinnovation, bei dem 250.000 Euro zu gewinnen sind. Dabei handelt es sich um eine finnische Kopie der Knight News Challenge. Jeder kann einreichen. Einzige Voraussetzung ist die Bereitschaft zur Erstumsetzung des Konzepts in Finnland.
  2. Das Projekt Random Hacks of Kindness, bei dem Hacker zu einem Hackathon an einem Wochenende zusammenkommen und humanitäre Organisationen mit Entwicklungen unterstützen. Wieso transferiert man so etwas nicht auch nach Österreich?

Disclaimer: Dieses Post wurde während der Veranstaltung verfasst. Es soll die wichtigsten Punkte zusammenfassen. Obwohl gewissenhaft erstellt, besteht kein Anspruch auf Korrektheit, Vollständigkeit oder wortgetreue Wiedergabe.