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Studienpräsentation: Twitterpolitik – Themen und Netzwerke der politischen Twittersphäre in Österreich

Am 29. März 2012 präsentieren Axel MairederAxel Kittenberger und ich im Designforum Wien unsere Studie zur österreichischen Innenpolitik auf Twitter. Rund ein halbes Jahr haben wir daran gearbeitet. Die Ergebnisse diskutiert anschließend ein Panel, bestehend aus Corinna Milborn (News), Armin Wolf (ORF), Stefan Petzner (BZÖ) und Michel Reimon (Grüne), unter der Moderation von Niko Alm (Super-Fi).

Weitere Infos zur Veranstaltung, laufende Neuigkeiten, sowie die Studie selbst veröffentlichen wir auf:

http://twitterpolitik.net

Twitterpolitik

Datenjournalismus in Österreich: Der Zug rollt an

Dies ist ein Beitrag zur aktuellen Blogparade von twenty.twenty. Die Veranstaltungsreihe erlebt morgen um 19:00 Uhr im Wiener Hub eine neue Ausgabe zum Thema Geschichten aus dem Datenwald.

Foto: CC State Records NSW

Wie eine Dampflok: Langsam, aber stetig kommt Datenjournalismus in Österreich in Fahrt:

Die Liste ließe sich noch weiter fortführen. Vor einem Jahr gab es kaum eine dieser Entwicklungen hierzulande. Sie wurden ausgelöst durch Projekte, die anderswo – in Redaktionen in Großbritannien, den USA, Frankreich oder Deutschland – passieren. Die Datenjournalismus-Lok fährt dabei im Windschatten der großen Open-Data-Züge: Je mehr Daten aus Regierung und Verwaltung öffentlich werden, desto mehr Recherchematerial haben DatenjournalistInnen. So wie es auch die PSI-Bewegung schon länger als Open Government Data gibt, ist es auch beim Datenjournalismus: Dieser ist keineswegs ein neues Phänomen. Früher hieß es Computer Assisted Reporting. Das Innovative am “neuen” Datenjournalismus (wie wir ihn aktuell insbesondere mit der New York Times und dem Guardian verbinden) ist die Interaktivität.

Damit die Datenjournalismus-Lok in Österreich weiterfahren und beschleunigen kann, müssen Schienen verlegt und Weichen gestellt werden: Natürlich benötigt es mehr, bessere, und sensiblere Daten (jedoch keine personenbezogenen). Wenn die etablierten Medien nicht dem Zug hinterherlaufen wollen, müssen sie in Personal und Technik investieren (auch wenn “das” Datenjournalismus-Geschäftsmodell noch nicht in Sicht ist). Online-Medien brauchen GrafikerInnen, StatistikerInnen und ProgrammiererInnen, die nicht in der IT- oder der Controlling-Abteilung sondern in der Redaktion arbeiten. Der Paradigmenwechsel weg vom Artikeldenken hin zum Prozessjournalismus, der Crowdsourcing und Zusammenarbeit zwischen Medienunternehmen beinhaltet, ist eine weitere zentrale Weichenstellung. Wenn es so weitergeht, bin ich mir sicher, dass ein Unternehmen wie OpenDataCity bald auch in Österreich überleben kann.

Datenjournalismus wird sich in den nächsten Jahren thematisch ausdifferenzieren. Derzeit sind die Teams, die an Datenjournalismus-Projekten arbeiten, Allrounder: Sie bearbeiten Finanzdaten genauso wie Geheimdokumente, Schulstatistiken wie auch Twitter-Konversationen. Das wird sich ändern. So wie jede angehende Journalistin heute Social Media beherrschen muss – egal in welchem Ressort sie arbeitet –, wird sie in wenigen Jahren mit Big Data umgehen müssen. Denn die guten Geschichten im Datenberg kann nur derjenige finden, der nicht nur technisch sondern auch fachlich exzellent ist. Und deshalb braucht es neben der technischen Kompetenz auch die fachliche Ausdifferenzierung: die Datenspezialistin im Wirtschaftsressort oder den Sportstatistiker zum Beispiel. Data Literacy wird keine Schlüsselkompetenz von einzelnen Geeks mehr sein, sie wird zu Basiskompetenz jedes Journalismusanwärters. Die Journalismusausbildung müssen wir dahingehend anpassen.
Hinzu kommt die zunehmende Verfügbarkeit von Open Corporate Data, aber das ist einmal einen gesonderten Blogbeitrag wert.

Welche Zielbahnhöfe die heimischen Datenjournalismus-Loks ansteuern können, das zeigt sich regelmäßig international, etwa bei “The Week in Data” des französischen Portals Owni. Gut, dass hierzulande schon einmal Fahrt aufgenommen wurde.

PS: Der internationale Twitter-Hashtag zu Datenjournalismus, der glücklicherweise noch schön verfolgbar ist, lautet #ddj. Auf dieser Twitter-Liste habe ich einige DatenjournalistInnen gesammelt, die etwas zu sagen haben.

ProdUsers, Do Not Forget The Machines

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade von twenty.twenty. Am kommenden Dienstag, den 30.11.2010, findet im Wiener Hub eine Podiumsdiskussion zum Thema “We ProdUSE. Medienproduktion und Mediennutzung in 2020″ statt.

“You’re tweeting, man.” “I ain’t got time to tweet.”
Entnommen und adaptiert aus Predator (1987)

Einmal Google-Search-Button. Wir produzieren. Ein Facebook-Like. Wir produzieren. Push Retweet. Wir produzieren. Mit jeder einzelnen Aktion im Netz generieren wir Material. Fishing for Reaction teilen wir exklusiv mit Datenkraken sowie Freundinnen und Freunden, setzen wir Links in Status-Updates und posaunen in den Äther. Wir? Das ist nicht allein Kollektiv von Menschen. Produsers, do not forget the machines.

Wenn wir “produsen”, dann ist das nur bedingt kreativ, in erster Linie filtern und empfehlen wir mediale Werke anderer: Identitätsarbeit und Reputationsmanagement mithilfe digitaler Ressourcenallokation. Sharen, Liken und Retweeten fällt sowohl in Bereich der Medienproduktion als auch in jenen der Mediennutzung. Daraus lässt sich ableiten: Diese Unterscheidung funktioniert im Web nur mehr mangelhaft. Wer nutzt, produziert. Wer produziert, nutzt. No more one way.

Die 1%-Regel, nach der gerade einmal 1 Prozent der Mitglieder von Online-Communities den Content beisteuern und der Rest (relativ) passiv “lurkt”, erscheint vor diesem Hintergrund hinterfragbar. Content, egal ob mikro (als Leseempfehlung) oder makro (als Blogpost), wird massenhaft und von allen Usern im Social Web abgesetzt. Bewusst und unbewusst.

Zugleich geht bei dieser riesigen Datenakkumulation unter, wer gemeinsam neben den “Produsern” die eigentliche Hauptarbeit leistet: Die realen und virtuellen Maschinen. Die wenigen Zeilen Code, die sich hinter einem Facebook-Like-Button verbergen, verbinden die eigene Online-Repräsentation mit zahlreichen sozialen Objekten [via]. In der englischsprachigen Wikipedia zeichnen Bots für einen Großteil der Änderungen verantworlich. Sie bewahren Wikipedia vor Trollen, bessern Rechtschreibfehler aus oder archivieren alte Diskussionen.[1] Würden bei Google einmal die Crawler streiken, die permanent Website um Website durchforsten, das WWW wäre innerhalb kürzester Zeit unbenutzbar.[2] Die Liste der nichtmenschlichen Akteure, die unser Agieren im Web erst möglich machen, ist lange fortsetzbar.

Wenn sich Axel Bruns in seinem Entwurf des Produsage-Konzepts allein auf Menschen konzentriert und die Technik zum Werkzeug degradiert, dann greift das noch zu kurz. Einerseits denken wir dadurch ständig in projizierten Potenzialen (“Durch Twitter können wir …”, “Mithilfe von Facebook haben wir die Möglichkeit …”, …); andererseits nimmt es zu wenig auf die tatsächliche Rolle Rücksicht, die Technik in der Online-Medienproduktion und -konsumption spielt. Technik ermöglicht nicht nur den Austausch, sie ist ein aktiver Teil davon.


[1] Isabell Otto, Das Soziale des Social Web. Erkundungen in Wikipedia. In: Sprache und Literatur 104 (2009). S. 45-57.
[2] Theo Röhle, Der Google-Komplex. Über Macht im Zeitalter des Internets, 1. Aufl. (Transcript, 2010). S. 87ff.

Souvenirs vom PolitCamp

Wie wars? Super. Ja, tatsächlich: Das erste österreichische PolitCamp hat mir wirklich bestens gefallen. Auch wenn ich nur einen Tag und eine Nacht dabei war. Tag zwei ist sich leider nicht ausgegangen. Ich möchte jetzt nicht einzelne Sessions kommentieren, das haben viele andere viel besser gemacht. Schneeengel z.B., der vom Webverständnis von Lisa Rücker, Grüne Grazer Vizebürgermeisterin, ähnlich enttäuscht war wie ich. Christoph Chorherr hat in seiner Session weit mehr Durchblick bewiesen als seine Parteikollegin.

Interessant auch das Resümee von Helmuth Bronnenmayer von datenwerk. Oder auch das offizielle Politcamp-Blog, das von hauptsächlich von StudienkollegInnen von mir aus den Jahrgängen 2006 & 2007 gefüttert wurde. Die zahlreichen Wortmeldungen in Form von Podcasts sind hörenswert – besonders (aber nicht nur) für jene, die nicht vor Ort sein konnten.

Toll waren auch Marion Tobola von Trimedia und Jörg Hofstätter von ovos, die mir in einer Solosession das Konzept und die Webseite von entscheidend-bist-du sehr freundlich und geduldig erklärt haben. Das Portal ist, was die technische Umsetzung betrifft, auf dem neuesten Stand. Und auch inhaltlich ist es wirklich ansprechend: Wenn sich Jugendliche und PolitkerInnen in Form von Speeddatings austauschen, dann finde ich das eine frische Idee für Partizipation.

Mein persönliches Highlight war die Session von Ton (englische Zusammenfassung). Weniger Politik, mehr Web 2.0 (aber das war nicht der Grund, warum ich seine Worte gut fand). Er hat authentisch beschrieben, wie er seinen Alltag organisiert. Stichwort: Informationsfilterung durch Personen. Ich hab eine Mitschrift von diesem Vortrag. Wenn Interesse besteht, bitte um eine E-Mail oder einen Kommentar. Schade, dass ich nicht mit Ton gesprochen habe. Es ist sich ganz einfach nicht ausgegangen. Hoffentlich ein anderes Mal. Ich lese sein Blog schon seit mehr als einem Jahr sehr gern und kann es nur empfehlen.

Die Abendveranstaltung im Space04 im Kunsthaus Graz, die was Musik und Visuals betrifft meine Session war (zusammen mit meinen VJ-Kollegen von montage savuage, Manü & Joh), hat ganz gut geklappt. Johannes von monochrom hat eine grandiose Performance gehalten. Die Auflegerei im Anschluss mit DJ konzert, den boogee basement DJs und den Johnny F. von den Bumm Bumm Boys war sehr fein. Das iKU (Kunsthaus Café) werde ich allerdings für einige Zeit meiden, trotz des schnellen WLANS. Gründe dafür gerne in einem persönlichen Gespräch.

Das kurz angelegte Fazit ist nun doch etwas länger geworden. Zwei Dinge möchte ich noch verlautbaren:

  1. Barcamps (und auch Politcamps) sind oft ein Diskutieren in Utopien. Jeder braucht Visionen, das streite ich nicht ab. Ich würde mich jedoch freuen, wenn das ständige “Wenn x passiert…” [if] “…dann ist y endlich möglich” [then] ersetzt wird durch Diskussionen, die sich mit realen Themen auseinandersetzen. Weg vom “Wir brauchen jetzt nur mehr x, damit ‘jemand’ y machen kann.” Hin zu “Wir haben x, damit lässt sich kreatives y bewerkstelligen”
  2. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligen. Es hat wirklich Spaß gemacht. Ich hoffe, bis zum nächsten Jahr.

Schöne und viele Fotos gibts bei ton, christian, helge, heinz und basti (danke auch hier Schneeengel für die Linksammlung).

Erstes österreichisches PolitCamp

flyer politcamp front

Gleich fahre ich los zum Ersten Österreichischen PoltiCamp (Blog), das heute und morgen auf der FH Joanneum in Graz stattfindet.

Organisiert haben die Veranstaltung einige StudienkollegInnen aus dem Jahrgang 2006 zusammen mit Heinz und einigen anderen an den Studiengängen Journalismus und Unternehmenskommunikation und Informationsdesign.

Am Abend gibt es eine Party im Space04 des Kunsthaus, wo mein VJ-Kollektiv montage sauvage für die Visuals sorgen wird. Special Guest bei den Visuals: VJ Bobo! Mehr wird nicht verraten. Come & See.

Und wenn Sie das nicht überzeugt, am Abend in Scharen zum Kunsthaus zur besten BarCamp-Party aller Zeiten zu pilgern, dann ist es vielleicht der Umstand, dass monochrom eine Performance machen wird. Oder vielleicht dieses Legendäre Line-Up an DJs?

boogee basement DJs
ETEPETETE vs. Bumm Bumm Boys
DJ konzert

Es gibt Buffet!

Einladung & Ortswechsel

treibstoff-flyer

Zwei Anküdigungen in eigener Sache:

Am Freitag trete ich mit meiner Visuals-Crew montage sauvage (myspace) wieder in der Postgarage auf. Würde mich freuen, wenn ein paar von Ihnen Zeit fänden. Ich glaube, es wird ein großartiges Fest. Minimalistische, gut-tanzbare Mucke aus Köln und Marseille.

detektivausweis front

detektivausweis back

Persönlicher Detektivausweis aus dem Jahr 1992. Heute beim Aufräumen entdeckt.

Darüber hinaus steht noch ein Ortswechsel an. Das flatterhafte Freelancertum in der Heimat ruht für eine Weile. Ab kommender Woche werde ich für vier Monate in Brüssel sein. Ich absolviere dort ein Praktikum am österreichischen Kulturforum. Ich werde auch in und aus Brüssel bloggen. Zu den bisherigen Themen dieses Weblogs kommen ortsspezifische hinzu. Persönlicher wirds werden, schließlich möchte ich diesen Aufenthalt in Belgien auch für mich dokumentieren.

new rave @ kunsthaus graz

banana club
tomorrow, saturday, i am going to support my friends from etepetete with visuals. thank you miss liz* from the vj-girls for giving me the opportunity. it is always fun to make visuals together with the one and only vj-girls…
the party has the latest new rave shit from my favourite dj-trio, the etepetete-girls. be there or be square …
Club Banana Reloaded, 07.07.07, i_KU Graz (Kunsthaus Graz)

montage sauvage tonight in oslo

tonight, our vj-collective montage sauvage (myspace) is going to perform at fabrikken in oslo. since my friends came here to pick me up, this was the best opportunity to have a gig together again. we are going to be on the second floor, which is actually quite big. tobi neumann, who is the main act tomorrow comes from germany and is related to sven väth’s club cocoon. he has been producing and remixing for acts like miss kittin, chicks on speed or dj hell.

sunkissed feat. Tobi Neuman [Cocoon], Pete Herbert [Reverso 68], g -Ha & Olanskii, visuals by Montage Sauvage
Saturday 26th May
Fabrikken
Nedregate 7, 0551 Oslo
22:30-03:30 : 120kr

ps: you can watch our newest showreel (thank you phil!) – it is actually a little bit older than a week) here. it is a recording of our gig at the springfestival.