Das 25+ Couchsurfing

Edles Couchsurfing für die Generation 25+: Benji Lanyando berichtet in der NYT über einen neuen Trend bei der Buchung von Zimmern und Apartments: Social Bed & Breakfast Networks oder Peer-To-Peer-Hotels nennen sich Webseiten, auf denen Reisende und private Anbieter von Unterkünften zusammenkommen.  Dabei findet man die Gemütlichkeit eines Hotels zum Preis einer besseren Jugendherberge. 

Couchsurfing: Gut für Erstkontakt, kaum Ruhe und Privatssphäre
Bis vor wenigen Jahren war ich ein begeisterter Couchsurfer. Ich übernachtete bei Couchsurfing-Hosts, brachte Geschenke und kochte zum Dank für die Gastfreundschaft. Dennoch war ich nicht vollends überzeugt: Erstens gab es meist wenig Privatsphäre und Ruhe. Und zweitens hatte ich manchmal ein schlechtes Gewissen, denn mein Eindruck war: Als Gastgeber gibt man meist viel mehr als man von seinem Gast bekommt. Bisher hat etwa noch kein Host meine Rückeinladung nach Wien oder Graz angenommen, wohl auch, weil die zwei, drei Tage, die ich in einem fremden Apartment verbrachte, zu kurz waren, um eine tiefere Freundschaft zu schließen. 

So nutzte ich Couchsurfing lieber, um in fremden Städten Leute mit ähnlichen Interessen zu treffen. Ich wohnte aber gegen Bezahlung in einem Ho(s)tel oder angemieteten Apartment. Mit einigen meiner Couchsurfing-Kontakte pflege ich bis heute gute Freundschaften. Couchsurfing hat sich für die erste Kontaktaufnahme wirklich bewährt, auch wenn sich die weitere Pflege der Freundschaften auf Facebook ausgelagert hat. 

Peer-To-Peer-Hotels
In den letzen zwei Jahren entwickelten sich nun Webseiten wie AirBnB.com oder iStopOver.com, bei denen man gegen Bezahlung in Zimmern und Wohnungen 
übernachten kann. Die Plattformen entstanden, weil bei Groß-Events die lokalen Hotels meist voll waren und Privatpersonen einsprangen und sich noch etwas dazu verdienten. Die Preise von Peer-To-Peer-Hotels liegen dabei weit unter dem Marktpreis von gleichwertigen Unterkünften. Das liegt unter anderem daran, dass kräftig mitverdienenden Vermittler wie Tiscover oder Expedia zunehmend vom Verkaufsprozess ausgeschalten werden. Diese Anbieter machen jetzt die Erfahrung, die etwa Zeitungen oder Immobilienmakler bei Craig's List machen mussten.
Fragwürdig ist indes der gesetzliche Hintergrund: Besitzen die Zimmer-Vermieter eine Konzession? Ich kann mir gut vorstellen, dass die kommerzielle Vermittlungskonkurrenz bald zu Klagsmitteln greifen könnte, um derartige Plattformen zu verhindern.  

Für mich ist klingt aber diese Art in der Fremde zu übernachten indes ganz gut: Ich habe  Privatssphäre, kein schlechtes Gewissen, keinen Massentourismus und einen günstigen Preis. Für die nächste Reise lohnt sich also durchaus eine Unterkunftsrecherche auf diesen Seiten. 

In Wien gibt es derzeit noch sehr wenige Personen, die ihre Unterkunft anbieten: Crashpadder findet nichts, Roomorama sowie (das kommerzielle) iStopOver nur 1, AirBnB immerhin 32 (auch wenn einige davon in Tschechien liegen). 

Workshops & Events begleiten mit Posterous – Erfahrungen von der Medienwerkstatt in Deutschlandsberg

Medienwerkstatt Radio

Photo by Tobias Stadler.

Von 2. bis 6. Jänner habe ich gemeinsam mit Sarah Seekircher, die bei FM4 als Redakteurin arbeitet, einen Workshop über Radiojournalismus gehalten. Teilgenommen haben Jugendliche aus Oberösterreich. Inhaltlich haben wir uns unter anderem mit Umfragen, Interviews und gebauten Beiträgen auseinandergesetzt.
Das genaue Programm wie auch alle anderen Inhalte des Workshops sind hier ersichtlich.

Da wir mit unterschiedlichsten Medientypen arbeiten würden – unter anderem haben wir im Workshop für jeden Abend eine Radiosendung produziert –, haben wir uns vorweg überlegt, welche Plattform sich für die Dokumentation am besten eignen würde. Schnell kamen wir dabei auf Posterous, von dem ich nicht erst durch seinen Einsatz bei Civilmedia09-Konferenz in Salzburg überzeugt worden war.

Posterous ist ein E-Mail-Blogsystem und schnell erklärt:
1. E-Mail abfassen und senden an post@posterous.com
# der Betreff wird zur Titelzeile, der Body zum Inhalt
# angehängte Mediendateien werden angezeigt
2. die Seite ansehen
# alle Inhalte der E-Mail werden umgerechnet und im Blogbeitrag angezeigt

Das Posten von Blogbeiträgen via E-Mail ist eigentlich ein alter Hut. Überzeugt hat mich Posterous deshalb, weil es so schnell, einfach und für alle Mediendateien geeignet ist. Auch HTML-Code (wie z.B. ein YouTube-Video oder ein eingebetteter Live-Stream) kann gepostet werden. Für die (Live-)Dokumentation von Workshops, Events oder Lehrveranstaltungen also wie geschaffen.

Das Covern von Events (fast) in Echtzeit spielt jetzt schon eine wichtige Rolle und wird bald ein noch zentralerer Teil von Event-PR werden. Ein anderes Mal werde ich noch über Erfahrungen im Clubkontext schreiben – vorweg schon einmal Buzz-Word: Social-Media-Jockey.

Für die exzellente Organisation zeichnete sich die SJ Linz verantwortlich, die die Medienwerkstatt bereits zum 15. Mal veranstaltete. Über 150 Jugendliche aus Oberösterreich nahmen daran teil. Weder Sarah noch ich sind mit der SJ Linz oder einer ihrer Partnerorganisationen assoziiert. Wir wurden aufgrund unseres Hintergrunds (FM4, FH JOANNEUM) dafür gebucht.

Das Cover von Misiks neuem Buch – und sein Vorbild

Robert Misik – Politik der Paranoia

“Das neue Cover vom Misik, das hab ich schon mal wo gesehen”, hab ich mir in den letzten Wochen immer wieder gedacht. Eben ists mir eingefallen:

Heinz Strunk – Fleisch ist mein Gemüse

Von einem Plagiat kann man wohl noch nicht sprechen. Aber dass sich der Coverdesigner von Robert Misiks Buch ein wenig Inspiration beim 2004 erschienenen Titel von Heinz Strunk geholt haben wird, das lässt sich kaum abstreiten. Neben dem Geweih sind auch noch der helle, beige Hintergrund und die rote, zentrierte Schrift, Anzeichen dafür, dass es sich nicht um einen Zufall handelt.

Die Beiträge von Robert Misik schätze ich trotz alledem. Den Staatspreis für Kulturpublizistik, den er übermorgen erhält, hat er verdient. Mir würde keinE besserereR KandidatIn einfallen.

Online-PR in Theorie und Praxis

Ende Jänner besuchte ich die Hochschule Darmstadt, wo sich eine Fachtagung mit dem Potenzial von Online-PR befasste. Im Folgenden meine zusammengefassten Notizen von der Konferenz, ursprünglich verfasst für die Homepage der FH Joanneum.

Wenn eine Tagung “Zukunft Online-PR” heißt und von einer Fachhochschule organisiert wird, dann ist klar: Nicht allein Wissenschaftler sind das Zielpublikum; diese Veranstaltung richtet sich auch an Praktiker.
Dementsprechend bunt gemischt war am 29. Jänner die Zuhörerschaft am Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt. Das Spektrum reichte dabei von Unternehmenssprechern über PR-Agentur-Mitarbeiter bis hin zu Technikern und Sozialwissenschaftlern. Auch die Vortragenden wiesen völlig verschiedenen Erfahrungshintergrund auf. Ein Fazit zu ziehen, fällt deshalb schwer, vielmehr soll auf die herausragenden Momente der Tagung hingewiesen werden. Vom Studiengang, an dem ich arbeite, nahmen neben mir Heinz Wittenbrink, Karlonie Lorber, Joe Puschitz und Michael Thurm teil. Am Nachmittag leitete Heinz Wittenbrink einen Workshop zum Thema “RSS – Inhalte jenseits der Website zugänglich machen”.

Öffentlichkeit 2.0

Doch beginnen wir am Anfang: Den wissenschaftlichen Einstieg machte Thomas Pleil von der Hochschule Darmstadt. Vier seiner Studierenden hatten die Veranstaltung höchst professionell organisiert. Pleil referierte über “PR der Zukunft: Was bring das Netz?” . Er beantwortete diese Frage für drei Bereiche: die PR-Praxis, die PR-Forschung und die PR-Ausbildung. Bemerkenswert ist Pleils Modell von Öffentlichkeit 2.0 aus Perspektive der PR.

Öffentlichkeit 2.0 (© Thomas Pleil)

Öffentlichkeit 2.0 (© Thomas Pleil)

Öffentlichkeit 2.0 funktioniert anders als die (immer noch präsente) Öffentlichkeit 1.0, in der die Botschaft über Journalisten und Massenmedien zur jeweiligen Stakeholder-Gruppe gelangt. In der Öffentlichkeit 2.0 wird die Rolle des Journalisten als Gatekeeper ergänzt. An seine Stelle tritt ein “Vormedialer Raum”, gemeint sind damit Blogs, Microblogs, Foren, Bewertungsseiten, Social Networks, etc.. Alle Protagonisten der Öffentlichkeit 2.0 empfangen und senden – auch die Stakeholder, die im Konzept der Öffentlichkeit 1.0 ausschließlich empfangen.

Die Online-PR von Greenpeace und Daimler

Volker Gaßner erläuterte die “Online-Strategie von Greenpeace ” in Deutschland und wies auf mehrere Kampagnen und Projekte der Umweltschutzorganisation hin. So etwa Greenpeace TV, das noch im Beta-Stadium ist. Das Videoportal zeigt Berichte über Kampagnen und Werbespots in HD. Erstmals öffentlich präsentiert wurde das sich noch in Entwicklung befindende Greenpeace-Social-Network (Site noch Offline). Ähnlich wie die Wahlkampfseite von Barack Obama soll “Green Action” neben den üblichen Social-Network-Funktionalitäten ermöglichen, dass die die Basis selbst Kampagnen entwickeln und durchführen kann. Greenpeace agiert dort, wo die Zielgruppe ist: in bestehenden Social Networks wie Facebook oder MySpace oder via YouTube. Ein amüsantes Beispiel für eine Mini-Kampagne via YouTube ist die Videoantwort von Greenpeace auf einen Werbespot von Mercedes.

Dieses Beispiel war gut gewählt, denn im Anschluss an Volker Gaßner sprach ein Vertreter der Daimler AG, die bekanntlich mit Mercedes assoziiert ist. Uwe Knaus leitet den Bereich Web Communications bei Daimler und erzählte in Dieburg über seine Erfahrungen, wie bloggen im Konzern funktioniert. Bei Daimler bloggen Mitarbeiter aus verschiedensten Abteilungen. Das Medium hat sich als Tool sowohl für interne als auch für externe Kommunikation bewährt. Allerdings funktioniert der Workflow nicht optimal: Die Autoren des Weblogs schreiben ihre Beiträge in einem Textverarbeitungsprogramm und schicken diese per E-Mail an ein Redaktionsteam, das die Inhalte in das Weblog stellt. Es wäre wünschenswert, wenn die Mitarbeiter geschult würden, selbst mit einem Blog umzugehen.

Persönliche Öffentlichkeiten

Den Abschluss der Tagung gab Jan-Hinrik Schmidt mit seiner Präsentation “Öffentlichkeit im Wandel: Das bringt das Netz!”. Schmidt ist Soziologe und arbeitet am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg. Unter anderem gab er Einblicke in die Nutzungsmotive von Social Network Sites. So würden die meisten Personen Seiten wie Facebook oder MySpace nützen, um ihre Beziehungen pflegen, nicht um neue Leute kennen zu lernen. Genannt sei darüberhinaus Schmidts Idee von persönlichen Öffentlichkeiten, die sich durch Social Media bilden. Dabei geht es darum, dass jede Person, die sich im Web 2.0 bewegt, ihre Identität, ihre Beziehungen und ihre Informationen managen muss. Welchem Personenkreis zeige ich welches Bild meiner Person? Trete ich mit meinem richtigen Namen auf? Welche Informationen von mir gebe ich bekannt? Das alles sind Fragen, die jeder Internetnutzer für sich selbst beantworten muss und die auch für die PR relavant ist. Als Gesellschaft, so Schmidt,  würden wir uns derzeit über die Routinen, Konventionenn und Erwartungen im Umgang mit persönlichken Öffentlichkeiten verständigen.

Die Tagung im Netz

(cc) Michael Thurm

(cc) Michael Thurm

Eine Konferenz, die sich mit Social Media und Kommunikation auseinandersetzt, muss Social Media und Kommunikation natürlich auch leben. Dementsprechend präsent war die Tagung in den einschlägigen Web-2.0-Services. Die Präsentationsfolien der Referenten finden sich bei Slideshare. Bilder wurden via Flickr hochgeladen. Getwittert wurde via Hashtag #ZOPR. Eine  Videozusammenfassung ist auf YouTube online. Eine Sammlung der Blogbeiträge sind bei delicious bzw. via Google Blog Search / Technorati einsehbar.  Hervorzuheben ist dabei INJELEA, der Teile der Veranstaltung in Echtzeit gestreamt hat – die Aufnahmen sind dort noch einsehbar. Open Source PR und PR-Fundsachen haben die Vorträge live mitgebloggt.

Mercedes Bunz in Graz

Das Aufeinandertreffen mit Mercedes Bunz gestern an der FH Joanneum hat mich daran erinnert, dass ich neben meiner Soup auch noch einen Blog habe – und der nicht ganz verweisen sollte.

Mercedes Bunz hat zum Thema “Was aus der Popkultur im Internet geworden ist” referiert. Vom Flyer-Text:

Immer wieder gab es in der Geschichte der Popkultur Menschen, die sich zusammenschlossen, um Dinge anders zu gestalten. Das Internet hat neue Vertriebsmöglichkeiten geschaffen, jedoch auch soziale Beziehungen transformiert. Freunde sind heute immer auch Arbeitszusammenhänge. Dinge anders zu machen, wird praktisch erwartet.
Der Vortrag wird diese Transformationen aufmerksam beobachten, sich dabei jedoch keineswegs mit hängendem Popkulturkopf in die Ecke trollen. Es gibt weiterhin Wege, die Widersprüche des digitalen Kapitalismus zu surfen. Are you loneley? Tired of working on your own? Do you hate making decisions? Hold a meeting!

Ähnlich wie schon Diedrich Diederichsen ein Monat davor hat Bunz zunächst eine chronologische Herangehensweise gewählt, um das Thema zu erörtern. Popkultur war ab den 60ern vor allem Jugendkultur; eine Kultur für mehr Selbstbestimmung; eine Kultur, die sich definierte durch Widerstand gegen die Eltern und das System der (Fabriks-)arbeit.

Das Aufkommen des Internet ändert natürlich auch Popkultur und deren Konsumenten bzw. Repräsentanten. “Das Internet öffnet neue Vertriebswege für Popkultur”, sagt Bunz. Jeder könne sich entscheiden, wie angepasst er agiere. Ob er sich im Long Tail verstecke oder eine Weile auf der Welle der Massenkultur reite.

Einige Zitate aus dem Vortrag (und der anschließenden Fragerunde):

“Abweichung wird zur neuen Norm. Widerspenstigkeit wird entzogen.”
“Blogs sind im Grunde genommen nichts anderes als eine neue Form von Magazinen.”
“Was vorher drohte in einer kleinen Nische zu verrotten, kann durch das Internet in die Welt hinaus.”
“Freunde sind meine Konsumenten. Be my Comment.”

Mercedes Bunz bringt mehrere Beispiele, wie sich Popkultur im Internet manifestiert. Eine MySpace-Seite als Kunstprojekt des Künstlers Leandro Quintero. Ein wenig gehaltvolles Prada-Video mit Musik von Antony and the Johnsons bzw. Coco Rosie. Sowie das Londoner Design-Blog It’s Nice That.

Auf einen großartigen Text von Bunz in diesem Zusammenhang sei noch hingewiesen: Sozial 2.0: Herr, Knecht, Feind, Freund, erschienen im vergangenen Frühjahr im De-Bug.

PS: Ich hoffe, dass diese Zusammenfassung nicht zu sehr verkürzt ist. Berichtigungen und Ergänzungen in den Kommentaren sehr erwünscht. Das Team von JUKreiz hat die Lecture von Meredes Bunz gestreamt. Die Aufzeichnung des Streams ist allerdings noch nicht online abrufbar, sollte es aber hoffentlich demnächst. Update: Heinz hat seine Aufnahme der Lecture jetzt auch online gestellt.

Call for Postcards – Win a dinner!

Please send Postcards.

Gewinnen Sie jetzt und nur auf diesem Blog: Ein Abendessen mit mir, dem Autor dieser Zeilen.

Wie das geht? Lesen Sie weiter:

Senden Sie mir eine Postkarte an die unten stehende Adresse. Unter allen Einsendungen verlose ich am Ende des Sommers eine Einladung zu einem exklusiv guten Abendessen. Exotische Destinationen sind ein Pluspunkt, können aber durch Zeichnungen, ansprechende Sujets und anderes kreatives Zeugs locker wett gemacht werden. Diese Einladung ergeht auch an LeserInnen dieses Blogs, die ich nicht kenne. Sollte der Gewinn aufgrund der Entfernung oder anderer Umstände nicht eingelöst werden können, dann gibt es ein Jausenpaket mit Steirischen Spezialitäten (Kernöl, etc.).

Der Hinergrund? Mein unaufgeregter Sommer dauert an. Unaufgeregt deswegen, weil ich die meiste Zeit zuhause vor dem Computer verbringe und versuche, meine Diplomarbeit zu vollenden. Heute hat die Post eine Ansichtskarte aus Mannheim gebracht (siehe Bild, rechts). Ich habe sie gleich zu den anderen Karten gestellt, die ich in den letzten zwei Wochen erhalten habe. Da ist schon eine Karte aus Stavanger und eine aus Paris dabei. Die drei Personen, die bereits geschrieben haben, konnten sich bereits qualifizieren. Die Karten schmücken das Bücherregal, das gleich neben meinem Schreibtisch steht. Ungefähr alle 15 Minuten wandert mein Blick dorthin, um meine Gedanken in die Ferne schweifen zu lassen oder etwas aus einem Buch nachzuschlagen. In einem dieser Gedanken musste ich an Hillary und ihren verzweifelten Versuch denken, zu einem Abendessen zu kommen. Da wusste ich: Ich werde auch so etwas machen.

“Au ja, da mach ich mit”, werden Sie jetzt sicher denken. Noch Fragen? Hier die Adresse:

Julian Ausserhofer
Brückenweg 9
8071 Gössendorf
Österreich / Europa

Viel Glück!

Update, 8. August 2008: Eine weitere Karte ist heute eingetroffen. Aus Sarajevo.

Update, 27. August 2008: Weitere Karten sind in den vergangenen Tagen eingetrudelt, vielen herzlichen Dank dafür.
Alle Einsendungen kommen Ende September in einen großen Topf, aus dem ein unabhängiger Juror mit verbundenen Augen eine Gewinnerkarte ziehen wird. Mehrere Einsendungen pro Person erhöhen also die Gewinnchance. Die Anonymität des Jurors wird noch geheim gehalten. Es handelt sich jedoch nicht um mich selbst.

Richtig verlinken

vergrößerter link (via telepolis)

Wie, wann und wo setzt man Links richtig? Wann sind zuviele, wann zuwenige Verweise in einem Onlinetext? Auf Telepolis findet sich ein Artikel, der sich mit Links im Online-Journalismus auseinandersetzt. Der Text ist zwar etwas lang, aber aufgrund der vielen Beispiele sehr kurzweilig zu lesen. Allein die Praxis, wie in dem Text Links gesetzt werden, zeigt, wie es richtig geht. Die Informationsjunkie-Zusammenfassung gibts im Folgenden:

Warum die meisten deutschen Medien insbesondere das World Wide Web nicht adäquat nutzen, sondern oft nur den gedruckten Text ohne Links online stellen, kann kaum vernünftig beantwortet werden. […]

Online-Journalismus, wenn man ihn ernsthaft betreibt, hat einen weitaus höheren Anspruch als der klassische Print-Journalismus: Er lädt die Leser ein, die Thesen der Autoren anhand der Quellen, die diese angeben und verlinken, zu überprüfen. Sie stellen sich fast in Echtzeit der Kritik. Online-Journalismus verlangt oft eine härtere und intensivere Recherche als die üblichen Artikel in der Tagespresse.

Das, was die New York Times schon lange Zeit anbietet, nämlich auf Lexika und Enzyklopädien zu verlinken, wird auch im Text begrüßt. Bei der New York Times öffnet sich per Doppelklick auf das markierte Worte ein weiteres Browserfenster mit Referenzen, die aus der hauseigenen Datenbank und verschiednenen Online-Wörterbüchern stammen.

Ein lexikalischer Link erklärt, was ein Begriff bedeutet und ist somit optional: Der Leser entscheidet, ob er das Wort kennt oder ob er es sich näher erläutern lassen möchte. Letzeres bietet der Autor als zusätzlichen Service des Textes an, weil er davon ausgeht, dass seine Informationen Rezipienten mit unterschiedlichem Wissenstand interessieren. Die Links ähneln hier den klassischen Fußnoten eines wissenschaftlichen Werkes.

Wieviel soll verlinkt werden? So oft wie nötig, aber nicht über das Maß hinaus: “In journalistischen Texten hat die Praxis von Wikipedia nichts verloren, jedes Wort, das im Online-Lexikon auftaucht, zu verlinken. Das machte [sic] einen Text unleserlich. ”

Die Regeln für richtiges Link-Setzen sind durchaus fundiert:

  • Der Text muss auch ohne Links lesbar, verständlich und informativ sein. […]
  • Quellen müssen ausnahmslos verlinkt werden. […]
  • Medien müssen dann verlinkt werden, wenn den Lesern nicht zugemutet werden kann, diese selbst zu finden. […]

Wichtig auch: Die Unmittelbarkeit der Quelle beachten. Will heißen: Nach Möglichkeit soll der Ursprungstext verlinkt werden, nicht das Medium, das den Ursprungstext zitiert. (Dem Quellenvermittler kann man beispielsweise am Ende des Texts mit einem “via” danken).
Sollte eigentlich ebenso selbstverständlich sein: Links auf Inhalte und Erreichbarkeit überprüfen. Also beispielsweise nicht auf Wikipedia verlinken ohne zumindest den Anfang davon gelesen zu haben.

Orte, sofern relevant, beispielsweise mit Google Maps oder anderen Anbietern verlinken.

Gegen Ende geht es noch um einige Spezialfälle, wie z.B. geschlossene Systeme, Whois-Einträge, Usenet, Tracerouting, Links zu kommerziellen Seiten (z.b. Bücher bei Amazon).

Der Unterschied zwischen Online-Journalismus und Blogs liegt tendenziell im Haltbarkeitsdatum der Links. Für ein Blog ist es nicht unbedingt wichtig, dass die Links nach einem Jahr noch funktionieren. Ein journalistischer Text im Archiv eines Online-Mediums, dessen Links ins Leere führen, ist ärgerlich.

Und das Fazit:

Man kann eine Wette abschließen: Wer in fünf Jahren die Prinzipien des Online-Journalismus nicht beherrscht, immer noch keine Links setzt und sich nicht der direkten Konfrontation mit kritischen Lesern aussetzen will, der hat verloren. Das Gute wird sich durchsetzen.

Check it out: julian.mur.at

Meine Soup, auf der alles, was ich im Netz so von mir gebe, veröffentlicht wird, ist ab jetzt unter julian.mur.at zu erreichen. Alles, was mich online so beschäftigt – Blogposts, Bilder, Tweets, Youtube-Videos, etc. -, ist dort zu finden. Wenn Sie, werte LeserInnen, also an mehr als nur an diesem Blog interessiert sind, dann bitte ich Sie, den RSS-Feed meiner soup zu abonnieren.

Mit der Technik haben Ludwig und seine KollegInnen von mur.at gerungen, denen ich hiermit herzlich für die Hilfe danke. Es war kein einfaches Unterfangen, und sie haben es perfekt gelöst. Dankeschön!

Neue Links in YouTube Videos

Wow, ein weiteres großartiges Beispiel, wie Interaktion in einem bisher ausschließlich passiv genutzten Medium funktionierten kann: YouTube führt bei seinen Videos eine neue Form von Interaktivität ein. Wie im Bild zu sehen, gibt es bei manchen Videos die Möglichkeit, auf bestimmte Felder zu klicken. Hat man darauf geklickt, wird man zu einem anderen Video weitergeleitet. Es handelt sich also um einen Link nicht neben oder unter einem Video – sondern in einem Video.

Das Video, mit dem YouTube diese neue Möglichkeit illustriert, ist eher langweilig. Äußerst cool finde ich aber die technischen Möglichkeiten: Bisher kannte ich eine ähnliche Funktion nur bei einigen DVDs. Dort konnte man sich am Ende einer Szene aussuchen, was weiter passieren soll – und hatte dann zwei bis drei unterschiedliche Screenshots für die einzelnen Szenen zur Auswahl. Einen Live-Link in einem Video sehe ich aber zum ersten mal. Kann das jetzt schon jeder YouTube-Uploader einbauen? Ich freue mich schon auf die ersten interaktiven Kurzfilme, bei denen man die Entscheidungen der Protagonisten selbst bestimmen kann.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich die Pornoindustrie nicht lange bitten lässt und auch etwas ähnliches entwickelt. Und auch die Werbung wird bald dafür Feuer und Flamme sein…