Das 25+ Couchsurfing

Edles Couchsurfing für die Generation 25+: Benji Lanyando berichtet in der NYT über einen neuen Trend bei der Buchung von Zimmern und Apartments: Social Bed & Breakfast Networks oder Peer-To-Peer-Hotels nennen sich Webseiten, auf denen Reisende und private Anbieter von Unterkünften zusammenkommen.  Dabei findet man die Gemütlichkeit eines Hotels zum Preis einer besseren Jugendherberge. 

Couchsurfing: Gut für Erstkontakt, kaum Ruhe und Privatssphäre
Bis vor wenigen Jahren war ich ein begeisterter Couchsurfer. Ich übernachtete bei Couchsurfing-Hosts, brachte Geschenke und kochte zum Dank für die Gastfreundschaft. Dennoch war ich nicht vollends überzeugt: Erstens gab es meist wenig Privatsphäre und Ruhe. Und zweitens hatte ich manchmal ein schlechtes Gewissen, denn mein Eindruck war: Als Gastgeber gibt man meist viel mehr als man von seinem Gast bekommt. Bisher hat etwa noch kein Host meine Rückeinladung nach Wien oder Graz angenommen, wohl auch, weil die zwei, drei Tage, die ich in einem fremden Apartment verbrachte, zu kurz waren, um eine tiefere Freundschaft zu schließen. 

So nutzte ich Couchsurfing lieber, um in fremden Städten Leute mit ähnlichen Interessen zu treffen. Ich wohnte aber gegen Bezahlung in einem Ho(s)tel oder angemieteten Apartment. Mit einigen meiner Couchsurfing-Kontakte pflege ich bis heute gute Freundschaften. Couchsurfing hat sich für die erste Kontaktaufnahme wirklich bewährt, auch wenn sich die weitere Pflege der Freundschaften auf Facebook ausgelagert hat. 

Peer-To-Peer-Hotels
In den letzen zwei Jahren entwickelten sich nun Webseiten wie AirBnB.com oder iStopOver.com, bei denen man gegen Bezahlung in Zimmern und Wohnungen 
übernachten kann. Die Plattformen entstanden, weil bei Groß-Events die lokalen Hotels meist voll waren und Privatpersonen einsprangen und sich noch etwas dazu verdienten. Die Preise von Peer-To-Peer-Hotels liegen dabei weit unter dem Marktpreis von gleichwertigen Unterkünften. Das liegt unter anderem daran, dass kräftig mitverdienenden Vermittler wie Tiscover oder Expedia zunehmend vom Verkaufsprozess ausgeschalten werden. Diese Anbieter machen jetzt die Erfahrung, die etwa Zeitungen oder Immobilienmakler bei Craig's List machen mussten.
Fragwürdig ist indes der gesetzliche Hintergrund: Besitzen die Zimmer-Vermieter eine Konzession? Ich kann mir gut vorstellen, dass die kommerzielle Vermittlungskonkurrenz bald zu Klagsmitteln greifen könnte, um derartige Plattformen zu verhindern.  

Für mich ist klingt aber diese Art in der Fremde zu übernachten indes ganz gut: Ich habe  Privatssphäre, kein schlechtes Gewissen, keinen Massentourismus und einen günstigen Preis. Für die nächste Reise lohnt sich also durchaus eine Unterkunftsrecherche auf diesen Seiten. 

In Wien gibt es derzeit noch sehr wenige Personen, die ihre Unterkunft anbieten: Crashpadder findet nichts, Roomorama sowie (das kommerzielle) iStopOver nur 1, AirBnB immerhin 32 (auch wenn einige davon in Tschechien liegen).