#deutsch

Vortrag: Wie Wissenschaft, Hochschul-PR und Datenjournalismus zusammenarbeiten

Kürzlich war ich nach Göttingen eingeladen, um über die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Journalismus und Hochschul-PR zu sprechen. Ich hielt einen Vortrag auf der Jahrestagung des Bundesverbands Hochschulkommunikation, zu der alljährlich rund 400 PressesprecherInnen von deutschsprachigen Unis und Bildungsinstitutionen kommen. Im Panel „Datenjournalismus in der Hochschulkommunikation” erzählte ich zuerst vom Projekt “Networks of Outrage”, bei dem Cornelius Puschmann und ich für das Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft gemeinsam mit Markus „fin” Hametner und Noura Maan vom Standard die Onlinekommunikation von rechten Empörungsbewegungen in Europa nachzeichnen. Ausgehend von den Erfahrungen in diesem Kooperationsprojekt zwischen Datenjournalismus und Wissenschaft beschrieb ich dann auf sehr praktischer Ebene die Synergien zwischen Datenjournalismus und Wissenschaft und welche Rolle die Hochschulkommunikation darin einnehmen kann. Mein wichtigster Punkt dabei: Die Hochschulkommunikation muss zur Unterstützerin von Open Science werden.

Hier ist das Manuskript des Vortrags.

Und hier die Slides:

Abschließend sei noch ein herzlicher Dank ausgesprochen, und zwar an Klaus Rümmele vom KIT, der das Panel initiiert hatte, sowie an Sascha Venohr von ZEIT Online, der die Kooperationsbeziehung aus Sicht eines Datenjournalisten erläuterte.

Rektor Pfeiffer bei einem Tee mit… Julian Ausserhofer

Bei meinem Arbeitgeber, der FH Joanneum, gibt es den so genannten Rector’s Blog, in dem Rektor Karl Pfeiffer aus seiner Arbeit berichtet. Immer wieder werden dort auch MitarbeiterInnen und ihre Tätigkeiten vorgestellt. Vor kurzem hatte ich die Ehre, auf einen Tee mit dem Rektor zu gehen. Und weil der Blog nicht öffentlich zugänglich ist, reposte ich hier das Interview.

Rektor Karl Peter Pfeiffer und Julian Ausserhofer

Rektor Pfeiffer und Julian Ausserhofer, Mitarbeiter am Studiengang „Journalismus und Public Relations (PR)“, trafen sich am Campus Graz auf einen Tee.

(more…)

Fellowship am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin

[English Version below]

Erfreuliche Nachrichten: Ich gehe für drei Monate im Sommer nach Berlin, um am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) zu forschen. In der Zeit werde ich mich insbesondere mit einem Projekt über Arbeitsabläufe im Datenjournalismus beschäftigen. Ich freue mich sehr über die Einladung.

Übrigens suche ich noch ein Zimmer oder eine kleine Wohnung in Berin und vergebe in der Zeit auch mein Zimmer in Wien. Wer mir da weiterhilft bekommt eine original Wiener Sachertorte. Alle Details zur Aktion auf den Seiten, die ich extra dafür eingerichtet habe.
Sacher Torte at Sacher Cafe

[English Version]

Great news: For three months this summer I will be in Berlin to conduct research at the Alexander von Humboldt Institute for Internet and Society (HIIG). I will do a research project that investigates workflows in data journalism. I am really happy about the invitation.

By the way, I am still looking for a room or a small apartment during in Berlin and I will let my room in Vienna during this time. The person who helps me with this gets a delicious Original Sachertorte. Please find all details on the deal on the pages I have created specifally for that purpose.

Re:trospektive auf die re:publica, Teil 2

In meinem Post letzte Woche habe ich damit begonnen, die re:publica Revue passieren lassen. Dort habe ich unter anderem über unseren Vortrag, über neuen Wissenschaftsjournalismus, das Ende der Arbeit und unkonventionelle Recherchemethoden berichtet.

Hier Teil zwei meiner Notizen rund um die Konferenz. Diesmal mit folgenden Themen:

(more…)

Vortrag auf der re:publica: Tagespolitik auf Twitter

Papiertapete auf der re:publica 12. Photo CC by ReneHamburg/Flickr.

Die re:publica in Berlin ist der alljährliche Opernball der deutschsprachigen Social-Web-Szene. Social-Media-Beraterin trifft Künstler, digitale Bohème trifft Marketing-Manager, DJane trinkt Club Mate. Dazwischen: Grandiose Vorträge aus Wissenschaft und Praxis – und ein Hashtag.

Ich freue mich, dass unser Vorschlag akzeptiert wurde und ich heuer mit Axel Maireder zum Thema Tagespolitik auf Twitter: Themen und Strukturen einer politischen Twittersphäre vortragen werde. Axel Bruns  hat ein Panel eingereicht – hier alle Beiträge –, bei dem wir neben Christian Nuernbergk, Sanja Kapidzic und Prof. Christoph Neuberger vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Uni München sprechen werden. 

Vor zwei Jahren auf der re:publica habe ich gemeinsam mit Heinz Wittenbrink über Web Literacy referiert. Heinz ist auch heuer wieder mit einem Vortrag über MOOCs vertreten. Und unsere Kollegin Brigitte Radl wird auch da sein und auf der re:campaign sprechen. Damit ist das Kernteam des Web Literacy Lab auf der re:publica vertreten. Große Freude.

 

Armut bekämpfen mit Open Data [Update]

Über 100 Hackathons – von Norwegen bis Uganda – gingen dieses Wochenende anlässlich des International Open Data Day über die Bühne – einer davon auch in Wien: Im Zentrum für Verwaltungsforschung beschäftigten sich Open-Data-Begeisterte mit offenen Daten, deren Aufbereitung und Nutzen. Tag eins widmete sich der Frage, wie sich Armut durch Big Data bekämpfen lässt, Tag zwei offenen Gemeindebudgets. Insgesamt kamen an den zwei Tagen rund vierzig DatenexpertInnen, EntwicklerInnen und Open Data Advocates ins KDZ. Sie waren aus Washington, Frankfurt, Bratislava aber auch aus Wien, der Steiermark und Niederösterreich angereist. Das mediale Interesse war mit einem Kamerateam der ZiB2 und JournalistInnen von Radio Ö1 und Radio Helsinki unerwartet hoch.

(c) UNDP in Europe and Central Asia

(more…)

Die leisen Revolutionäre der digitalen Gesellschaft

Buchrezension für den Falter, 49/2012 vom 5.12.2012, S. 18.

Mercedes Bunz' neues Buch

Die Digitalisierung verändert den Alltag der Menschen ähnlich stark wie es die Industrialisierung im 19. Jahrhundert getan hat. Was damals Maschinen waren, sind heute Algorithmen. Diese leise, aber unaufhaltsame Revolution ermöglicht etwa, dass sich Ärzte und Patienten mit gleichem Wissensstand begegnen oder dass sich Massen schnell und intelligent organisieren.
Mercedes Bunz, eine in London lebende deutsche Journalistin und Wissenschaftlerin, beschreibt in ihrem neuen Buch, wie sich das Internet auf unser Wissen, unsere Arbeit, die Öffentlichkeit und Politik auswirkt. Bunz analysiert dazu einerseits zahlreiche Netzphänomene der letzten Jahre – von Ai Weiwei bis Wikileaks –, andererseits klopft sie die Theorien philosophischer und soziologischer Klassiker auf ihre Tauglichkeit im digitalen Zeitalter ab. Meistens würden massenmediale Diskussionen die Digitalisierung abwerten, schreibt die Autorin, dabei gehe es darum, sie aktiv zu gestalten – sei sie doch ohnehin unaufhaltbar.

Disclaimer: Ich kenne die Autorin persönlich.  

Netzwerkvisualisierungen bei Onlinemedien [updated]

[Live-Blogging, Disclaimer] Gestern ging im Wiener Hub die vierte Ausgabe von Hacks/Hackers Vienna über die Bühne. Charakteristikum der Veranstaltung ist, dass JournalistInnen (=Hacks) und ProgrammiererInnen (=Hackers) zusammen kommen, um Innovationen im Journalismus zu diskutieren. Ich habe auch vor einiger Zeit dort einmal etwas über Datenjournalismus erzählt.

Die Netzwerke bei derStandard.at

“Es sollte interaktiv, spielerischer und irgendwie ‘2012’ sein”, leitete Florian Gossy ein, um von den Netzwerkvisualisierungen von derStandard.at zu erzählen, die er zusammen mit KollegInnen in den letzten Wochen und Monaten erstellt hatte: InserateGlücksspielTelekom sind die, die bis jetzt existieren. Weitere sind in Planung. Das Feedback der UserInnen und der Leitung von derStandard.at nach der Veröffentlichung war sehr positiv. Die Zugriffe waren höher, ebenso die Verweildauer. Betriebswirtschaflich rechnen tut sich das Projekt allerdings nicht, weil unglaublich viel Arbeit darin steckt. Zu jedem Akteur mussten die Verbindungen händisch definiert werden; es gibt eine Biografie inkl. Events und Verlinkungen zu anderen Artikeln (auch zur Konkurrenz). In Zukunft könnten aus diesen Events auch Timelines exportiert werden. Weil es sich um so sensitive Fälle handelt, wurden die Beschreibungen und Verbindungen jedes Akteurs wird von drei bis vier Personen gecheckt.

Länger haben wir über das Design gesprochen, das noch weiterentwickelt werden soll: Jeder Knoten ist derzeit gleich groß, die Verbindungsdicke und -entfernung kann per Dropdownmenü gesteuert werden. Die Netzwerke sind als Layer angelegt. Später wird man hoffentlich Netzwerke aus verschiedenen Themen übereinander legen können bzw. per Tab durchklicken können. Technisch basieren die Netzwerke auf der Javascript-Library. Bei der Entwicklung arbeiteten derStandard.at mit einer externen Entwicklungsfirma zusammen.

Weitere Politik-Netzwerkvisualisierungen

Im Anschluss an Flos Referat diskutierten wir noch weitere politische Netzwerkgrafiken bei Online-Medien. Unbekannt, da so versteckt, sind die Netzwerke, die Meine Abgeordneten automatisiert für jeden Abgeordneten erstellt. Hier ein Beispiel zu Martin Bartenstein:

Bartenstein-Firmen-Netzwerk

Fin erklärt noch, was er an einem Wochenende im Metalab programmiert hat. Eine (halbfertige) Netzwerkgrafik zu Karl-Heinz Grasser:

KHG-Netzwerk

Als Visualiserung mit wenig Informationsgehalt wird jenes von Le Monde über die MitarbeiterInnen des französischen Präsidenten eingeschätzt. Ein ausklappbares Organigramm würde wohl besser passen:

Hollande-MitarbeiterInnen

Update 12:00 Uhr: Flo Gossy weist auf Twitter noch auf eine weitere Netzwerkvisualisierung von PBS hin, die Video mit interaktiver Netzwerkgrafik kombiniert:


Update Ende

Das Digilab von “Heute”

Den Abschluss von Hacks/Hackers machte Christof Hinterplattner (@quadres), der die Digitalsparte der Gratistageszeitung Heute leitet. Er kündigte an, dass “Heute” gerade dabei ist, ein Labor für digitale Konzepte aufzubauen. Derzeit sind sie gerade auf der Suche nach Personal. Ca. sechs bis zehn Leute sollen im Digilab arbeiten und abseits des Tagesgeschäfts innovative Prototypen und Konzepte entwickeln. Erste Projekte sind noch nicht definiert, es scheint aber, dass es nicht allein um Journalismus gehen soll. Trotzdem klingt es nach einer interessanten Spielwiese.

250.000 EUR Journalismus-Innovations-Wettbewerb & Random Hacks of Kindness

Zu Gast, weil zufällig in Wien, war auch Rina Tsubaki, die in Maastricht für das European Journalism Center das Projekt Emergency Journalism betreut. Das European Journalism Center ist mir bekannt, weil sie das Data Journalism Handbook in Kooperation mit der britischen OKFN so erfolgreich abgewickelt haben. Rina macht uns noch auf zwei Projekte aufmerksam:

  1. Einen gerade laufenden Wettbewerb für Journalismusinnovation, bei dem 250.000 Euro zu gewinnen sind. Dabei handelt es sich um eine finnische Kopie der Knight News Challenge. Jeder kann einreichen. Einzige Voraussetzung ist die Bereitschaft zur Erstumsetzung des Konzepts in Finnland.
  2. Das Projekt Random Hacks of Kindness, bei dem Hacker zu einem Hackathon an einem Wochenende zusammenkommen und humanitäre Organisationen mit Entwicklungen unterstützen. Wieso transferiert man so etwas nicht auch nach Österreich?

Disclaimer: Dieses Post wurde während der Veranstaltung verfasst. Es soll die wichtigsten Punkte zusammenfassen. Obwohl gewissenhaft erstellt, besteht kein Anspruch auf Korrektheit, Vollständigkeit oder wortgetreue Wiedergabe.

Der wohlige Rausch der Bohème

Albumrezension für INDIE, No. 36, Herbst 2012, S. 20. 

Photo by Andreas Koefoed.

Wer sich künstlerisch finden will, geht ins Kloster oder nach Berlin. Die skandinavische Bohème hat sich für die deutsche Bundeshauptstadt entschieden und mietet sich dort seit einigen Jahren in Altbauwohnungen ein. Darunter auch die Dänen von Efterklang, die es nach mehr als zehn Jahren, drei Studioalben und über 400 Konzerten nach Berlin zog. Für die Sampleaufnahmen fuhr die Band allerdings in die gleichnamige Geisterstadt aufs norwegische Spitzbergen. Früher plagten sich dort kommunistische Kohlekumpel – 1998 wurde die russische Kohleabbausiedlung stillgelegt – heute knipsen Touristen die Relikte. Das Trio klopfte dort auf leere Tanks, sang in verfallenen Hallen und zeichnete alles auf. Über tausend Aufnahmen brachten Efterklang zurück nach Berlin. Aus den gesammelten Field Recordings, dem Frickeln und Knacken der kalten Einöde, Studio-Recordings und den 70 Stimmen eines Mädchenchors basteln sie an “Piramida”. Behutsam ist jedes einzelne Lied arrangiert: Glockenspiel, Synthies, Saxophon, Piano, Geige, und und und… Trotz der breiten Klangpalette bleibt die Platte aber brav und eingängig. Die experimentellen Sounds aus der Kohleminenstadt geistern nur im Hintergrund umher. Casper Clausens Stimme ist voll von Melancholie und Herzschmerz, unverwechselbar singt er von Isolation und Trennung. Die emotionale Last drückt aber nicht, sie gleitet über die ätherischen Klangflächen. Diese Kombination – Melancholie gepaart mit majestätischem Sound – ist es, die Efterklang so einzigartig machen. Wie gemacht für einen Herbstabend mit einem wohligen Absturz mit Rotwein. Ganz so wie es echte skandinavische Bohemièns in Berlin eben handhaben.

“Piramida” ist am 24. September auf 4AD erschienen.

Studienpräsentation: Twitterpolitik – Themen und Netzwerke der politischen Twittersphäre in Österreich

Am 29. März 2012 präsentieren Axel MairederAxel Kittenberger und ich im Designforum Wien unsere Studie zur österreichischen Innenpolitik auf Twitter. Rund ein halbes Jahr haben wir daran gearbeitet. Die Ergebnisse diskutiert anschließend ein Panel, bestehend aus Corinna Milborn (News), Armin Wolf (ORF), Stefan Petzner (BZÖ) und Michel Reimon (Grüne), unter der Moderation von Niko Alm (Super-Fi).

Weitere Infos zur Veranstaltung, laufende Neuigkeiten, sowie die Studie selbst veröffentlichen wir auf:

http://twitterpolitik.net

Twitterpolitik