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Video Blog von Howard Rheingold

Auf den neuen Video Blog von Howard Rheingold möchte ich noch hinweisen. Eine Episode ist bis dato online, und diese finde ich wirklich lustig. Rheingold hat das alles nicht allein produziert. Ein ganzes Team hat mitgeholfen, die Marke Rheingold weiterzuentwickeln.  In  späteren Episoden will Rheingold dann auch über seine Tätigkeiten außerhalb der Online-Welt erzählen, wie zum Beispiel “painting, gardening, sculpting that are as important to me as the publishing activities that are most visible to others.”

T minus 140

Vor der Heia noch ein kurzer Blogpost. Seit vergangenen Montag bin ich wieder zurück in Belgien. Die Weihnachtsferien in Österreich waren äußerst angenehm. In einem Treffen mit meinem Professor Heinz Wittenbrink haben wir mein Diplomarbeitsthema konkretisiert. Seit vergangener Woche stecke ich nun mitten in der Recherchephase. 140 Tage habe ich noch Zeit, bis ich die Arbeit abgeben muss. T minus 140. 

"Österreichische Demokratische Republik"

… nennt der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz derzeit Österreich, wenn es um Datenschutzfragen geht. Und es ist wahrlich ein schwarzer Tag für die Bürgerrechte in unserem Land. Denn das eben von den Regierungsparteien beschlossene Sicherheitspolizeigesetz hat einige Tücken eingebaut. Zum Beispiel die folgende: 

 Auch “Namen und Anschrift eines Benutzers, dem eine IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt zugewiesen war”, soll die Polizei vom Provider ohne richterliche Kontrolle erhalten dürfen. (via fuzo

 Was mich wundert: Wo bleibt der Protest?   

Facebook wird zum Fadebook?

Vielleicht ist meine Wahrnehmung zu selektiv, aber soviel wie derzeit über Facebook publiziert wird, ist einfach enorm. Dass keineR mehr über MySpace spricht, ist eh schon ein alter Hut.

Mit dem Beacon-Feature (Wikipedia) hat sich Facebook ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt. Vielleicht zu weit, wenn es nach vielen Bloggern geht. Beacon ist heute genau ein Monat alt.  Es handelt sich um eine Werbetechnik, die mitverfolgt, was jeder Facebook-Nutzer auf bestimmten Internetseiten so treibt. Auch, wenn man sich bei Facebook ausgeloggt hat, wird die Facebook-Identität der Surfer von externen Webseiten noch gelesen. Anschließend werden Informationen über das, was der Benutzer auf der Seite gemacht hat, an Facebook gesendet. 

Also wenn ich beispielsweise auf eBay etwas ersteigere, dann wird das ohne mein Zutun meinen Facebook-Freunden mitgeteilt. Ich persönlich stelle mir das besonders toll vor, wenn ich für meine Freundin ein Geschenk kaufe und im selben Augenblick teilt ihr das mein Facebook-Newsfeed mit.

Jedenfalls gab es gegen Beacon gehörigen Protest, unter anderm auch eine Petition bei der Bürgerrechtsbewegung MoveOn.org. Die Geschichte fand ihren Weg zu den traditionellen Medien und ließ damit auch Facebooks Werbepartner skeptisch werden.

Ob da die späte Entschuldigung von Mark Zuckerberg etwas hilft? Ich bezweifle das. Das Facebook-Bashing geht weiter. Bei einer Umfrage, die gerade bei “mashable” läuft, sagt fast die Hälfte (Stand Heute Mittag) aller TeilnehmerInnen, dass  Zuckerberg’s Entschuldigung unangebracht ist:

Too Little, Too Late; Facebook’s Screwed!

Allzu ernst darf man das wahrscheinlich nicht nehmen. Auch der baldige Tod von Facebook wird beschworen:

Facebook has turned all the people who rooted for it into a lynch mob. In the space of a month, it’s gone from media darling to devil. The most interesting thing about Facebook right now is who will replace it.

Ein wenig zugespitzt, aber nachvollziehbar. Diesen Satz im selben Artikel verstehe ich aber nicht wirklich:

It could have all been avoided with a smart adult running things. Facebook has no old hands in its corner, no advisers to tell the kids how to behave. 

Ich glaube, dass es gerade auch der Mythos rund um den jungen Mark Zuckerberg war, der Facebook und keine Konkurrenzseite so populär gemacht hat. Viele der Multiplikatoren in den Amerikanischen Colleges wollten ganz einfach auch so erfolgreich sein wie Mark. Aber das ist eine andere Geschichte.

PS: In diesem Zusammenhang auch noch interessant: 15 Reasons Facebook Isn’t Worth $15 Billion

PPS: Beacon lässt sich abstellen. Die Daten, wie die Facebook-User andere Webseiten nutzen, erhält Facebook aber wahrscheinlich trotzdem. Einzige sichere Möglichkeit: Cookies löschen. Oder den ganzen Facebook-Account.

Ausgebobt

Da seh ich das am Samstag in Berlin, und am darauf folgenden Tag erreicht mich die Nachricht, dass es vorbei ist mit den Guten. Die Bösen haben anscheinend gesiegt. Die Guten sind so gut wie Geschichte. Sie verabschieden sich. Mit einem letzten Kraftakt. Der sich da nennt: Abschied.

bob magazin

Am 12. Dezember erscheint die vierte und letzte Ausgabe des Magazins “Bob”. Die vergangen drei habe ich mit Freude gelesen. Zuweilen war es mir ein wenig zu verhirnt für eine Illustrierte, meist aber fand ich die Lektüre sehr ansprechend. Meine Lieblingsnummer: Mutter. Alles gute, werte Herausgeber vom Club Bellevue, bei eurem neuen Projekt.

Dichand bloggt …

… bereits seit über einer Woche. Und die LeserInnen kommentieren fleißig. Hier gehts lang.

Nach dem inoffiziellen Krone-Blog setzt der alte Herr wohl zum Gegenschlag.

dichand

Ich möchte besonders auf das große Bild im Hintergrund hinweisen. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich: Sieht man sich auch den Teil des Bildes an, den die Blogposts überdecken, dann entdeckt man, dass Dichand lässig an einer Haltestange lehnt. Anscheinend wurde das Bild in einer Straßenbahn oder U-Bahn aufgenommen. Ein Mann des Volkes eben.

Ich bin schon gespannt, wie lange er durchhält.
[via fuzo]

Diese Spammer – und diese Social Networks

Immer wieder muss ich mich über Spam wundern:

Hello,
My name is Valentin, I’m 25 years old and I live with my mother in Russian province. My mother cannot see and authorities pay her a little indemnity, which is not enough even for medications. (…) The situation is hopeless in our region and we are afraid that local boiler-house can stop heating of our home. The winter is coming and temperature can be minus 30 degrees in the nearest weeks. We don’t know what to do and we are very afraid.
Thanks to the free internet access in our library I found different e-mail addresses and I decided to appeal to you with a prayer in my heart for a small help.
If you have any old sleeping bag, felt boots, mittens, wool-socks, fur-coat, warm blanket, warm clothes, portable heater, canned food, vitamins, medicines against cold, hygiene-products, I will be very grateful to you if you could send it to our postal address:
(…)
If you think that it would be better or easier for you to help with some money, please write me back and I will give you details for sending it safely if you agree. This way to help is very good because in this case I will be able to buy a portable stove and heat our home during the winter.
I hope to hear from you soon and I pray that you can help us to survive this winter. I also hope very much that this difficult situation will get better very soon in our country.
I want apologize for this message. God Bless You, Valentin and my Mother Elena.

Oder diesen:

I work in a detective agency. I can’t say my name now. I’m warning you that i’m going to watch you and listen your phone line. Do you want to know who paid for shadowing you? Wait for my next letter.
P.S. I’m sure, you don’t believe me. But i think the attached record of your telephone conversation will assure you that everything is real. The record is in archive. The password is 123qwe

Ich bin mir bewusst darüber, dass Spam zu veröffentlichen, nicht wirklich sinnvoll ist. Schließlich verleiht man dadurch dem Spammer nur noch mehr Bedeutung. Und dennoch fasziniert mich die Art, wie hier Aufmerksamkeit gesucht wird, jedes mal aufs neue. Und ich wundere mich, wie oft ich auf Spam hineinfalle. Beinahe täglich öffne ich Spam-E-Mails mit der kleinen Hoffnung, dass sich hinter dem meist kryptischen Absender/Betreff doch eine sinnvolle Nachricht verbirgt.
Während Gmail oft auch Nicht-Spam-E-Mails als Spam klassifiziert, sortiert der Horde-Client meiner mur.at-Adresse leider viel zu wenig aus. Ich glaube, Spam ist auch ein Mitgrund dafür, warum sich E-Mails immer mehr in Social Networks verlagern. Der restriktive Anmeldungsprozess und die vereinfachten E-Mail-Spielregeln (keine E-Mail-Adresse mehr notwendig) haben das ermöglicht.
Sieht man einmal vom Comment-Spam bei Myspace und Youtube ab, habe ich bisher in noch keinem fast keinem Social Network eine traditionelle Spam-Nachricht erhalten. Dafür ist man in jedem dieser Netzwerke dann konfrontiert mit Werbung, die nicht ein Spammer, sondern der Betreiber installiert hat. Auch nicht unbedingt besser.

In tiefer Trauer: Kinderzimmer Productions †

Meine Lieblings-Hip-Hopper, die famosen Kinderzimmer Productions, lösen sich auf. Gerade auf deren MySpace-Blog gelesen:

Wir beerdigen den Namen Kinderzimmer Productions.

Es ist Zeit ein paar Veränderungen vorzunehmen. (…) Hier jetzt erstmal die Veränderungen, die Gründe liefern wir nach.

Wir beerdigen den Namen Kinderzimmer Productions. (…) Wir werden nicht mehr regulär touren. Wir pressen keine CDs mehr nach, aber wir sehen zu, dass alle unsere Alben im Netz erhältlich bleiben.

Ob wir in Zukunft noch Musik veröffentlichen, ob alleine oder zu zweit, was für Musik das sein könnte, wissen wir noch nicht.

Eure Kinderzimmer Productions

Wenn ich mich richtig erinnere, dann habe ich Kinderzimmer Productions viermal live gesehen. Einmal in Wien, zweimal in Graz, einmal auf einem Salzburger Festival. Ich habe alle CDs, eine Plattentasche, ein T-Shirt, große Sticker und signierte Platten. Die Texte von “Wir sind da wo oben ist” haben mich sozialisert. Es war der innovative Ansatz bei Musik und Texten, der mich fasziniert hat. Damals 2002, wie wäre mein dreiwöchiger Paris-Austausch ohne KiZiPro verlaufen? Und im Gegensatz zu Blumentopf oder den Sportfreunden, zwei anderen für mich zu dieser Zeit sehr wichtigen Bands, haben sich Kinderzimmer Productions immer verändert. Schade, wirklich sehr schade.