Die leisen Revolutionäre der digitalen Gesellschaft

Buchrezension für den Falter, 49/2012 vom 5.12.2012, S. 18.

Mercedes Bunz' neues Buch

Die Digitalisierung verändert den Alltag der Menschen ähnlich stark wie es die Industrialisierung im 19. Jahrhundert getan hat. Was damals Maschinen waren, sind heute Algorithmen. Diese leise, aber unaufhaltsame Revolution ermöglicht etwa, dass sich Ärzte und Patienten mit gleichem Wissensstand begegnen oder dass sich Massen schnell und intelligent organisieren.
Mercedes Bunz, eine in London lebende deutsche Journalistin und Wissenschaftlerin, beschreibt in ihrem neuen Buch, wie sich das Internet auf unser Wissen, unsere Arbeit, die Öffentlichkeit und Politik auswirkt. Bunz analysiert dazu einerseits zahlreiche Netzphänomene der letzten Jahre – von Ai Weiwei bis Wikileaks –, andererseits klopft sie die Theorien philosophischer und soziologischer Klassiker auf ihre Tauglichkeit im digitalen Zeitalter ab. Meistens würden massenmediale Diskussionen die Digitalisierung abwerten, schreibt die Autorin, dabei gehe es darum, sie aktiv zu gestalten – sei sie doch ohnehin unaufhaltbar.

Disclaimer: Ich kenne die Autorin persönlich.