online journalism

A new blog on journalism and PR with data

In Graz at the Institute of Journalism and Public Relations more and more of our students want to learn how to report and communicate with data. Also, we work on a few research projects that fall under this theme. Therefore my colleague Thomas and I decided to start a blog that brings the different initiatives together under one roof. Named after the pioneering online publication at the Guardian, we call it the Datablog.

FH Joanneum’s Datablog occasionally publishes text and news about data journalism and related topics such as open data or freedom of information. It also serves as a public practice site where the students will experiment with new formats and publish their findings about data journalism. The blog will be a publication channel for our classes and research projects. Most of it will be in German.

The student projects of last year’s data journalism class are already online, more content will follow in the next weeks. Check it out:

Datablog

Richtig verlinken

vergrößerter link (via telepolis)

Wie, wann und wo setzt man Links richtig? Wann sind zuviele, wann zuwenige Verweise in einem Onlinetext? Auf Telepolis findet sich ein Artikel, der sich mit Links im Online-Journalismus auseinandersetzt. Der Text ist zwar etwas lang, aber aufgrund der vielen Beispiele sehr kurzweilig zu lesen. Allein die Praxis, wie in dem Text Links gesetzt werden, zeigt, wie es richtig geht. Die Informationsjunkie-Zusammenfassung gibts im Folgenden:

Warum die meisten deutschen Medien insbesondere das World Wide Web nicht adäquat nutzen, sondern oft nur den gedruckten Text ohne Links online stellen, kann kaum vernünftig beantwortet werden. […]

Online-Journalismus, wenn man ihn ernsthaft betreibt, hat einen weitaus höheren Anspruch als der klassische Print-Journalismus: Er lädt die Leser ein, die Thesen der Autoren anhand der Quellen, die diese angeben und verlinken, zu überprüfen. Sie stellen sich fast in Echtzeit der Kritik. Online-Journalismus verlangt oft eine härtere und intensivere Recherche als die üblichen Artikel in der Tagespresse.

Das, was die New York Times schon lange Zeit anbietet, nämlich auf Lexika und Enzyklopädien zu verlinken, wird auch im Text begrüßt. Bei der New York Times öffnet sich per Doppelklick auf das markierte Worte ein weiteres Browserfenster mit Referenzen, die aus der hauseigenen Datenbank und verschiednenen Online-Wörterbüchern stammen.

Ein lexikalischer Link erklärt, was ein Begriff bedeutet und ist somit optional: Der Leser entscheidet, ob er das Wort kennt oder ob er es sich näher erläutern lassen möchte. Letzeres bietet der Autor als zusätzlichen Service des Textes an, weil er davon ausgeht, dass seine Informationen Rezipienten mit unterschiedlichem Wissenstand interessieren. Die Links ähneln hier den klassischen Fußnoten eines wissenschaftlichen Werkes.

Wieviel soll verlinkt werden? So oft wie nötig, aber nicht über das Maß hinaus: “In journalistischen Texten hat die Praxis von Wikipedia nichts verloren, jedes Wort, das im Online-Lexikon auftaucht, zu verlinken. Das machte [sic] einen Text unleserlich. ”

Die Regeln für richtiges Link-Setzen sind durchaus fundiert:

  • Der Text muss auch ohne Links lesbar, verständlich und informativ sein. […]
  • Quellen müssen ausnahmslos verlinkt werden. […]
  • Medien müssen dann verlinkt werden, wenn den Lesern nicht zugemutet werden kann, diese selbst zu finden. […]

Wichtig auch: Die Unmittelbarkeit der Quelle beachten. Will heißen: Nach Möglichkeit soll der Ursprungstext verlinkt werden, nicht das Medium, das den Ursprungstext zitiert. (Dem Quellenvermittler kann man beispielsweise am Ende des Texts mit einem “via” danken).
Sollte eigentlich ebenso selbstverständlich sein: Links auf Inhalte und Erreichbarkeit überprüfen. Also beispielsweise nicht auf Wikipedia verlinken ohne zumindest den Anfang davon gelesen zu haben.

Orte, sofern relevant, beispielsweise mit Google Maps oder anderen Anbietern verlinken.

Gegen Ende geht es noch um einige Spezialfälle, wie z.B. geschlossene Systeme, Whois-Einträge, Usenet, Tracerouting, Links zu kommerziellen Seiten (z.b. Bücher bei Amazon).

Der Unterschied zwischen Online-Journalismus und Blogs liegt tendenziell im Haltbarkeitsdatum der Links. Für ein Blog ist es nicht unbedingt wichtig, dass die Links nach einem Jahr noch funktionieren. Ein journalistischer Text im Archiv eines Online-Mediums, dessen Links ins Leere führen, ist ärgerlich.

Und das Fazit:

Man kann eine Wette abschließen: Wer in fünf Jahren die Prinzipien des Online-Journalismus nicht beherrscht, immer noch keine Links setzt und sich nicht der direkten Konfrontation mit kritischen Lesern aussetzen will, der hat verloren. Das Gute wird sich durchsetzen.

Multimedium New York Times

NYT

Die New York Times haben einen investigativen Report veröffentlicht, der aus medialer Sicht gleich doppelt interessant ist. Spiegel Online fasst den Inhalt des Texts schön zusammen:

Die US-Regierung hat laut “New York Times” Militärexperten führender US-Fernsehsender massiv beeinflusst. So wurde die Berichterstattung über Themen wie den Irakkrieg oder das Gefangenenlager Guantanamo im Sinne des Weißen Hauses gesteuert.

Die Steuerung der Berichterstattung durch das Pentagon ist eine Sache. Faszinierend und erschreckend zugleich, wie die Bush-Administration versucht, auf die öffentliche Meinung Einfluss zu nehmen.

Eine andere – und mindestens gleich spannende – Geschichte ist, wie die New York Times die Geschichte an die Öffentlichkeit bringen:

  1. Gedruckt in der dicken Sonntagsausgabe der NYT
  2. Aufbereitet im Internet

Konkret geht es mir um die multimediale Aufbereitung im Internet, die die Vorteile von TV, Radio und Internet geschickt nützt. Ich kann mir die ganze Geschichte wie ein interaktives Video ansehen. Im Report werden Audiointerviews ebenso präsentiert wie Fernsehnachrichtenbilder. Wird ein wichtiges Beweismittel erwähnt, kann ich das im Document Archive gleich selbst lesen und downloaden.

Die Berichterstattung wird durch diese unmittelbare Verfügbarkeit der Quellen (Interviews, geheime Dokumente, etc.) nachvollziehbarer. Weder Print, noch Fernsehen noch Radio sind zu einer Transparenz im Stande wie das Internet. Allein dadurch, dass ich auf das fokussieren, das mich interessiert, habe ich einen Vorteil gegenüber den Rezipienten von Print oder TV.

Ich hoffe, das war jetzt kein Herunterbeten altbekannter Weisheiten. Mir geht es um die Methode, wie die verschiedenen Medien in die Berichterstattung eingebunden werden. Und die ist hochgradig innovativ.