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Netzwerkvisualisierungen bei Onlinemedien [updated]

[Live-Blogging, Disclaimer] Gestern ging im Wiener Hub die vierte Ausgabe von Hacks/Hackers Vienna über die Bühne. Charakteristikum der Veranstaltung ist, dass JournalistInnen (=Hacks) und ProgrammiererInnen (=Hackers) zusammen kommen, um Innovationen im Journalismus zu diskutieren. Ich habe auch vor einiger Zeit dort einmal etwas über Datenjournalismus erzählt.

Die Netzwerke bei derStandard.at

“Es sollte interaktiv, spielerischer und irgendwie ‘2012’ sein”, leitete Florian Gossy ein, um von den Netzwerkvisualisierungen von derStandard.at zu erzählen, die er zusammen mit KollegInnen in den letzten Wochen und Monaten erstellt hatte: InserateGlücksspielTelekom sind die, die bis jetzt existieren. Weitere sind in Planung. Das Feedback der UserInnen und der Leitung von derStandard.at nach der Veröffentlichung war sehr positiv. Die Zugriffe waren höher, ebenso die Verweildauer. Betriebswirtschaflich rechnen tut sich das Projekt allerdings nicht, weil unglaublich viel Arbeit darin steckt. Zu jedem Akteur mussten die Verbindungen händisch definiert werden; es gibt eine Biografie inkl. Events und Verlinkungen zu anderen Artikeln (auch zur Konkurrenz). In Zukunft könnten aus diesen Events auch Timelines exportiert werden. Weil es sich um so sensitive Fälle handelt, wurden die Beschreibungen und Verbindungen jedes Akteurs wird von drei bis vier Personen gecheckt.

Länger haben wir über das Design gesprochen, das noch weiterentwickelt werden soll: Jeder Knoten ist derzeit gleich groß, die Verbindungsdicke und -entfernung kann per Dropdownmenü gesteuert werden. Die Netzwerke sind als Layer angelegt. Später wird man hoffentlich Netzwerke aus verschiedenen Themen übereinander legen können bzw. per Tab durchklicken können. Technisch basieren die Netzwerke auf der Javascript-Library. Bei der Entwicklung arbeiteten derStandard.at mit einer externen Entwicklungsfirma zusammen.

Weitere Politik-Netzwerkvisualisierungen

Im Anschluss an Flos Referat diskutierten wir noch weitere politische Netzwerkgrafiken bei Online-Medien. Unbekannt, da so versteckt, sind die Netzwerke, die Meine Abgeordneten automatisiert für jeden Abgeordneten erstellt. Hier ein Beispiel zu Martin Bartenstein:

Bartenstein-Firmen-Netzwerk

Fin erklärt noch, was er an einem Wochenende im Metalab programmiert hat. Eine (halbfertige) Netzwerkgrafik zu Karl-Heinz Grasser:

KHG-Netzwerk

Als Visualiserung mit wenig Informationsgehalt wird jenes von Le Monde über die MitarbeiterInnen des französischen Präsidenten eingeschätzt. Ein ausklappbares Organigramm würde wohl besser passen:

Hollande-MitarbeiterInnen

Update 12:00 Uhr: Flo Gossy weist auf Twitter noch auf eine weitere Netzwerkvisualisierung von PBS hin, die Video mit interaktiver Netzwerkgrafik kombiniert:


Update Ende

Das Digilab von “Heute”

Den Abschluss von Hacks/Hackers machte Christof Hinterplattner (@quadres), der die Digitalsparte der Gratistageszeitung Heute leitet. Er kündigte an, dass “Heute” gerade dabei ist, ein Labor für digitale Konzepte aufzubauen. Derzeit sind sie gerade auf der Suche nach Personal. Ca. sechs bis zehn Leute sollen im Digilab arbeiten und abseits des Tagesgeschäfts innovative Prototypen und Konzepte entwickeln. Erste Projekte sind noch nicht definiert, es scheint aber, dass es nicht allein um Journalismus gehen soll. Trotzdem klingt es nach einer interessanten Spielwiese.

250.000 EUR Journalismus-Innovations-Wettbewerb & Random Hacks of Kindness

Zu Gast, weil zufällig in Wien, war auch Rina Tsubaki, die in Maastricht für das European Journalism Center das Projekt Emergency Journalism betreut. Das European Journalism Center ist mir bekannt, weil sie das Data Journalism Handbook in Kooperation mit der britischen OKFN so erfolgreich abgewickelt haben. Rina macht uns noch auf zwei Projekte aufmerksam:

  1. Einen gerade laufenden Wettbewerb für Journalismusinnovation, bei dem 250.000 Euro zu gewinnen sind. Dabei handelt es sich um eine finnische Kopie der Knight News Challenge. Jeder kann einreichen. Einzige Voraussetzung ist die Bereitschaft zur Erstumsetzung des Konzepts in Finnland.
  2. Das Projekt Random Hacks of Kindness, bei dem Hacker zu einem Hackathon an einem Wochenende zusammenkommen und humanitäre Organisationen mit Entwicklungen unterstützen. Wieso transferiert man so etwas nicht auch nach Österreich?

Disclaimer: Dieses Post wurde während der Veranstaltung verfasst. Es soll die wichtigsten Punkte zusammenfassen. Obwohl gewissenhaft erstellt, besteht kein Anspruch auf Korrektheit, Vollständigkeit oder wortgetreue Wiedergabe.

blair’s announcement to step down

the guardian has a again created a great multimedia-element after blair’s announcement (mp3) to resign on june 27.
although i have never been long in england, but since i have been reading so much about new labour in the last days for my english-exam, i also really feel that an era ends… nevertheless, my knowledge is limited and so a résumé about blair’s achievements and frailties will not appear on this site.